Frankfurt a.M. (epd). Der scheidende Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hält Lautstärke in der öffentlichen Diskussion in seinem bisherigen Amt für erforderlich. „Das Amt kann man gar nicht still ausüben“, sagte Klein der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag) und fügte hinzu: „Wenn man etwas verändern will, muss man auch mal laut werden. Das habe ich nach Kräften versucht.“
Klein erläuterte, der Kampf gegen Antisemitismus sei „ein Querschnittsthema“. Er habe in seiner Amtszeit mit allen Ressorts der Bundesregierung Kontakt gehabt und Projekte besprochen. „Das löst auch Kontroversen aus. Ich hätte etwas falsch gemacht, wenn es nicht so gewesen wäre“, erklärte er.
Wechsel zur OECD nach acht Jahren
Am Freitag hatte Klein selbst mitgeteilt, dass er das Amt nach acht Jahren aufgibt und zum Sommer die Leitung der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris übernehmen wird. Über seine Nachfolge werde die Bundesregierung „zu gegebener Zeit“ befinden, heißt es in der Mitteilung weiter.
In dem Zeitungsinterview sagte Klein, die Nachfolge sei noch offen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) habe ihm jedoch gesagt, dass er sich persönlich darum kümmern werde. „Es gibt gute Kandidaten“, sagte der scheidende erste Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, der sich „sehr zuversichtlich“ äußerte, dass die Bundesregierung eine gute Entscheidung treffen werde. „Ganz wichtig ist, dass die Person die Unterstützung des Zentralrats der Juden bekommt, sonst kann man das Amt nicht gut ausführen“.
Mit Blick auf seinen bevorstehenden Abschied aus dem Amt sagte Klein: „Nach dann rund acht Jahren in diesem Amt und vier weiteren Jahren, in denen ich mich im Auswärtigen Amt mit Antisemitismus und Holocausterinnerung beschäftigt habe, hielt ich es für an der Zeit, mich beruflich einem neuen Thema zuzuwenden.“


