Verfassungsschutz: Rechte mobilisiert junge Leute in Dresden

Verfassungsschutz: Rechte mobilisiert junge Leute in Dresden
In Dresden wird am Wochenende an die Luftangriffe auf die Stadt vom 13. Februar 1945 erinnert. Der Verfassungsschutz warnt vor der Rekrutierung junger Menschen durch rechtsextreme Accounts im Internet.

Dresden (epd). Das Sächsische Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet zum Jahrestag der alliierten Luftangriffe auf Dresden am 13. Februar eine hohe Mobilisierung unter jungen Rechtsextremen. Die Behörde berichtete am Mittwoch laut Mitteilung von einem anhaltenden Trend, dass rechtsextremistische Parteien und Gruppierungen gezielt junge Menschen ansprechen und in sozialen Netzwerken wie Instagram oder über Messengerdienste wie Telegram dafür werben. Bereits in den vergangenen zwei Jahren hätten sich unter den Teilnehmenden des alljährlichen rechtsextremistischen „Gedenkmarsches“ viele jüngere Personen befunden.

Der sogenannte „Gedenkmarsch“ wurde laut Verfassungsschutz durch den bekannten Rechtsextremisten Lutz Giesen angemeldet. Hierfür würden über die sozialen Netzwerke neo-nationalsozialistische Gruppierungen wie „Balaclava Graphics Bautzen“, die „Jungen Nationalisten“ und der „Dritte Weg“ mobilisieren. Laut der Dresdner Versammlungsbehörde sind eine weitere Kundgebung der „Freien Sachsen“ sowie von Privatpersonen angemeldete Versammlungen geplant.

Uniformierungs- und Militanzverbot

Für Freitag und Samstag hat die Polizei eine Allgemeinverfügung erlassen. In Dresden gilt dann ein „Uniformierungs- und Militanzverbot“. Dabei dürften gewisse Kleidungsstücke nicht kombiniert getragen werden, etwa Bomberjacke und Springerstiefel. Verboten seien auch Verhaltensweisen wie das geschlossene Marschieren.

Auch in diesem Jahr hat sich gegen die rechtsextremistischen Veranstaltungen breiter Protest angekündigt. Dazu werden über das Wochenende hinweg mehrere Tausende Teilnehmende erwartet.