Genf (epd). Die Weltgesundheitsorganisation hat die Angriffe auf medizinische Einrichtungen im Kriegsland Sudan angeprangert. Die Attacken beraubten Gemeinden der medizinischen Versorgung, terrorisierten Patienten und Personal und schafften unüberwindbare Hindernisse für lebensrettende Behandlungen, warnte der WHO-Landesbeauftragte Shible Sahbani am Dienstag in Genf.
Seit Beginn des Krieges vor fast drei Jahren seien bei 205 Angriffen auf Gesundheitseinrichtungen 1.924 Menschen getötet worden und 529 hätten Verletzungen erlitten. Die Zahl der Todesfälle sei von 2023 bis 2025 stark angestiegen
Gesundheitssystem ist überlastet
Neben den Kriegsverletzten müsse das überlastete Gesundheitssystem auch Patienten mit Infektionskrankheiten und anderen Leiden behandeln und versorgen. Im Sudan grassieren laut WHO die Cholera, Malaria, Dengue-Fieber, Masern und Erkrankungen, die von Hunger und Unterernährung verursacht werden.
Seit April 2023 kämpfen die sudanesische Armee und die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) um die Macht und Ressourcen. Der Konflikt hat eine der schlimmsten Hunger- und Vertreibungskrisen weltweit ausgelöst. Zehntausende Menschen wurden getötet. Etwa die Hälfte der Bevölkerung hungert. In einigen Teilen der Region Darfur herrscht eine Hungersnot. Millionen Menschen sind auf der Flucht.


