Hamburger Thalia Theater probt AfD-Verbotsverfahren

Hamburger Thalia Theater probt AfD-Verbotsverfahren
Statt Schauspielerinnen und Schauspielern stehen juristische Fachleute auf einer Hamburger Theaterbühne. Sie verhandeln über ein AfD-Verbot.

Hamburg (epd). Das Hamburger Thalia Theater probt ein AfD-Verbotsverfahren. Im Rahmen der bis Sonntag stattfindenden Lessingtage bringe es eine von Regisseur Milo Rau konzipierte Versuchsanordnung auf die große Bühne, teilte das Theater am Montag mit. Bei dem dreitägigen „Prozess gegen Deutschland“ würden von Freitag bis Sonntag „rechtspopulistische Strömungen, die Verantwortung der großen Tech-Konzerne sowie ein Verbot der AfD verhandelt“.

Auf der Bühne stünden dabei keine Schauspielerinnen und Schauspieler, sondern Fachleute, informierte das Theater. Staatsanwaltschaft und Verteidigung würden Zeuginnen und Zeugen befragen und Plädoyers halten, eine „echte Jury aus Hamburger Geschworenen“ werde ein Urteil fällen. An den geplanten fünf Prozessterminen seien 35 „hochkarätige und prominente Persönlichkeiten“ beteiligt, darunter die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) als Richterin.

Prozess im Livestream

Tickets seien für die einzelnen Sitzungstermine erhältlich. Auf der Website des Thalia Theaters und auf „nachtkritik.de “werde der Prozess im Livestream zu sehen sein. Beschäftigte des „Hamburger Abendblatts“ würden die Argumente zusammenfassen und auf „abendblatt.de“ kommentieren.