Mexiko-Stadt, Havanna (epd). Vor dem Hintergrund einer massiven Kraftstoffknappheit in Kuba hat der Ministerrat der Regierung Anpassungen angekündigt. Die schrumpfenden Vorräte an Benzin und Diesel würden nun für „grundlegende Dienste an der Bevölkerung“ wie die Gesundheitsversorgung und für unverzichtbare wirtschaftliche Aktivitäten bestimmt, sagte der Vizepremierminister Oscar Pérez-Oliva am Freitag (Ortszeit) in der Fernsehsendung „Runder Tisch“. Zudem werde die Stromversorgung durch die eigene Förderung von Erdöl, Gas und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen aufrechterhalten.
Pérez-Oliva erinnerte indessen daran, dass die US-Regierung jüngst die wirtschaftliche, kommerzielle und finanzielle Blockade der Insel verschärft habe, was den Versorgungsengpass weiter zuspitze.
Installation von 20.000 Solarsystemen
Die kubanische Regierung kündigte zudem die Installation von 20.000 Solarsystemen an, die Solarpaneele und Batterien für die Nutzung in der Nacht umfassen. Mit Solarstrom sollen Pflegeheime, Kinderkrippen und Gemeindezentren sowie Banken versorgt werden. Die Universität von Havanna, Kubas bekannteste Universität, gab bekannt, dass der Präsenzunterricht für 30 Tage ausgesetzt werde.
Vergangene Woche hatte US-Präsident Donald Trump Kuba zu einer „außergewöhnlichen Bedrohung“ für die Sicherheit der Vereinigten Staaten erklärt. Per Dekret droht Washington, Strafzölle auf Waren aus Ländern zu erheben, die Erdöl an Kuba liefern. Damit verschärfen die USA die seit 1962 andauernde Wirtschaftsblockade der kommunistisch regierten Insel. Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel warnte am Donnerstag, die Vereinigten Staaten versuchten durch eine Erdölblockade die Wirtschaft der Insel „vollständig zu ersticken“.


