Hilfswerk Missio: Prävention gegen Missbrauch von Ordensfrauen wirkt

Hilfswerk Missio: Prävention gegen Missbrauch von Ordensfrauen wirkt
Missio hat seit dem Jahr 2020 mehr als 500 Projekte gegen den Missbrauch von Ordensfrauen in Asien und Afrika gefördert. "Die Kultur des Schweigens über Gewalt bricht auf", bilanziert der Präsident des katholischen Hilfswerks, Dirk Bingener.

Aachen (epd). Das katholische Hilfswerk Missio hat für Ordensfrauen in Asien und Afrika die Aufklärungs- und Präventionsarbeit vor sexuellen Übergriffen verstärkt. In den Jahren 2020 bis 2025 seien dazu insgesamt 534 Ausbildungsprojekte mit rund 17,5 Millionen Euro geförder wordent, bilanzierte Missio am Freitag in Aachen. 107 der Ausbildungsprogramme wurden laut Missio speziell für rund 80.000 Ordensfrauen entwickelt.

Das Hilfswerk hatte vor sechs Jahren gezielte Präventionsprojekte in Gang gesetzt, nachdem eine interne Missio-Umfrage ergeben hatte, dass sexuelle Übergriffe auf Ordensfrauen in Asien, Afrika und Ozeanien weit verbreitet sind. Die Projekte richteten sich demnach an Ordensfrauen, Priester und andere kirchliche Mitarbeiter gleichermaßen, um ein allgemeines Bewusstsein für das Thema zu schaffen.

Einheitliche Verhaltenskodexe für Umgang mit Gewalt gefordert

„Die Kultur des Schweigens über Gewalt gegen Ordensfrauen in Afrika und Asien bricht auf“, sagte Missio-Präsident Dirk Bingener zur Präventionsarbeit. Die Verhältnisse änderten sich dort, wo Ordensfrauen zu Akteurinnen würden und den Wandel einforderten. Dafür notwendig seien eine bestmögliche Ausbildung, starke Netzwerke und Sicherheitsstandards, die in jeder Kirche verbindlich eingeführt und überprüft werden müssten.

Ordensfrauen in Afrika hätten mithilfe der Projekte mehr Mut gefasst, „aufzustehen und offen über sexualisierte Gewalt zu sprechen“, sagte Ordensschwester Mary Lembo von der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Notwendig seien nun einheitliche Verfahren und Verhaltenskodexe für den Umgang mit dieser Gewalt. Nicht zuletzt brauche es Schutzzentren für Betroffene.