Magdeburg (epd). Das Theater Magdeburg wird die Ereignisse um den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt von 2024 als Inszenierung auf die Bühne des Schauspielhauses bringen. Die Uraufführung des Stückes „Wunde Stadt“ von Kevin Rittberger ist für den 23. Mai geplant, wie das Theater am Mittwoch mitteilte.
Als „öffentliche Institution der Stadt“ solle dieses traumatische Ereignis mit den Mitteln des Schauspiels bearbeitet werden, sagte eine Sprecherin. Dabei solle „weder die Tat nachgespielt, noch dem Täter eine Bühne geboten werden“.
Rittbergers Text werde von Regisseur Sebastian Nübling bearbeitet. Er werde das Stück „mit der nötigen Sensibilität und künstlerischen Freiheit gleichermaßen auf die Bühne bringen“. Nachdem die Pläne für die Inszenierung bekannt geworden waren, gab es im November eine Protestaktion vor dem Theater. Dabei wurden auch Mitarbeitende und Gäste beschimpft.
Hoffnung trotz Wunden
Autor Rittberger, der mit dem Schreiben eines Textes beauftragt wurde, habe „viele Menschen in Magdeburg und auch außerhalb getroffen“, befragt und erzählen lassen, hieß es weiter. Dabei habe er auch Menschen im Blick gehabt, die selbst vom Anschlag betroffen seien und wieder ins Leben finden müssten: „Rittberger verknüpft seine Bestandsaufnahme mit weiteren Wunden der Stadt und wagt einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft.“
Am 20. Dezember 2024 war ein in Sachsen-Anhalt lebender Arzt aus Saudi-Arabien mit dem Auto über den Weihnachtsmarkt gerast und hatte sechs Menschen getötet und Hunderte verletzt. Der mutmaßliche Täter steht seit Mitte November vor Gericht.


