Entsetzen nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter

Entsetzen nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter
Nach dem tödlichen Überfall auf einen Zugbegleiter aus Rheinland-Pfalz fordern Eisenbahn-Gewerkschaften wirksame Sicherheitsmaßnahmen. Die Politik zeigt sich geschockt von der Tat.
04.02.2026
epd
Von Karsten Packeiser (epd)

Mainz, Zweibrücken (epd). Die tödliche Attacke auf einen rheinland-pfälzischen Zugbegleiter hat bei der Deutschen Bahn und in der Politik für Entsetzen gesorgt. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) räumte am Mittwoch ein, dass mehr für den Schutz von Bahnbediensteten getan werden müsse. „Züge und Bahnhöfe müssen sicher sein“, erklärte er. Die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und dem Saarland, Alexander Schweitzer und Anke Rehlinger (beide SPD), teilten in einer gemeinsamen Presseerklärung mit, die „schreckliche Gewalt gegen jemanden, der einfach seinen Job macht“, mache wütend und traurig. Sie sei ein furchtbarer Ausdruck der „seit langem steigenden Aggressivität“ gegen Bahnpersonal.

Auch die beiden Regierungschefs kündigten gemeinsame Anstrengungen an, um Zugbegleiter und Fahrgäste besser zu schützen. Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, verurteilte den Gewaltexzess ebenfalls. „Heute ist ein schwarzer Tag für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner im Land“, schrieb sie auf der Plattform LinkedIn.

Gewaltausbruch bei Fahrkartenkontrolle

Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken hatte zuvor mitgeteilt, dass der bei dem Angriff schwer am Kopf verletzte Zugbegleiter am Morgen im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben war. Bei der Fahrkartenkontrolle in einem Regionalexpress war der 36-jährige Serkan C. am Montagabend auf der Fahrt zwischen Landstuhl und Homburg von einem Reisenden ohne Fahrschein attackiert worden, den er aus dem Zug verwiesen hatte.

Rettungskräften war es zunächst gelungen, den Zugbegleiter zu reanimieren und ins Uniklinikum Homburg zu bringen. Der Angreifer konnte von Beamten der Bundespolizei und der saarländischen Landespolizei festgenommen werden und befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft.

Kritik von Gewerkschaften: Schluss mit den Relativierungen

Kritik am mangelnden Schutz von Zugbegleitern äußerten Eisenbahner-Gewerkschaften. „Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass die Übergriffe auf Zugpersonal zunehmen. Kolleginnen und Kollegen berichten von wachsender Respektlosigkeit, Drohungen und körperlicher Gewalt“, erklärte Mario Reiß, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Viele Situationen eskalierten schneller als früher: „Dennoch erleben wir in der politischen Debatte häufig Relativierungen, statistische Schönrechnungen oder Maßnahmen, die vor allem auf dem Papier gut aussehen.“

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG rief Bahnbeschäftigte und Fahrgäste zu einer bundesweiten Schweigeminute auf. „Dieser brutale Überfall muss jetzt ein Umdenken einleiten“, forderte die EVG. „Wir erwarten, dass die Politik jetzt sofort Maßnahmen für mehr Sicherheit ergreift. So ein Fall darf sich niemals wiederholen.“