Gießen (epd). Viele Menschen in Deutschland sind einer Studie zufolge über die Förderungen von Weiterbildung nicht informiert. Die Ergebnisse einer Studie zeigten, dass mehr Werbung für lebenslanges Lernen gemacht werden müsste und dies möglichst konkret, sagte der Gießener Erziehungswissenschaftler und Studienleiter Bernd Käpplinger laut einer Mitteilung der Universität Gießen vom Mittwoch. Die Menschen benötigten weniger allgemeine Hinweise auf eine Internetseite oder Plattform, „sondern konkrete Hilfe, was sie zum Beispiel tun können, wenn ihre Stelle durch KI wegrationalisiert wird“.
Für das Projekt „Einstellungen zum Lebenslangen Lernen in der Bevölkerung“ unter der Leitung von Käpplinger befragte das Forschungsteam im Jahr 2024 insgesamt 3.122 Menschen zwischen 18 und 67 Jahren. Das Forschungsprojekt wird von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gefördert. Weiterbildung sei wichtig, heißt es in der Studie. Es bestehe ein breiter Konsens darüber, dass die Beteiligung gesteigert werden müsse.
Alte und Migranten sehr interessiert
Fast 60 Prozent der Menschen wüssten gar nicht, welche öffentlichen Weiterbildungsförderungen es in Deutschland bereits gibt, erklärte die Universität weiter. Die Studie zeige, dass insbesondere Ältere und Menschen mit Migrationshintergrund sehr an Fortbildungen interessiert sind.
Allerdings brauche es auch bessere finanzielle Förderungen, heißt es in der Studie. Vor allem Geringverdienende könnten kaum die notwendigen eigenen Mittel für Kursgebühren, Anreise oder etwaige Unterkunft aufbringen.


