Holocaust-Gedenktag: Koordinationsrat warnt vor Hass und Ausgrenzung

Holocaust-Gedenktag: Koordinationsrat warnt vor Hass und Ausgrenzung
Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) warnt vor Ausgrenzung in der Gesellschaft. Der Holocaust-Gedenktag sei ein "Maßstab dafür, wie ernst wir die Würde des Menschen heute nehmen", sagte der KMR-Sprecher Ali Mete.

Düsseldorf, Köln (epd). Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) warnt vor wachsendem Hass und Ausgrenzung in der Gesellschaft. „Wer heute schweigt, wenn Hass salonfähig wird, gefährdet unser aller Morgen“, sagte der KMR-Sprecher Ali Mete am Dienstag anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages. Mete sollte am Dienstagnachmittag an einer Gedenkveranstaltung im Düsseldorfer Landtag teilnehmen, am Mittwoch an der Gedenkstunde im Bundestag.

Der 27. Januar sei ein „Maßstab dafür, wie ernst wir die Würde des Menschen heute nehmen“. Der Tag erinnere an die Befreiung von Auschwitz 1945 und an die Millionen Entrechteten, Verfolgten und Ermordeten, betonte Mete. „Gerade in einer Zeit, in der sich ein Rechtsruck bemerkbar macht und menschenfeindliche Sprache wieder häufiger als 'Meinung' getarnt wird, müssen wir uns klarmachen: Demokratische Gesellschaften zerbrechen selten plötzlich, sie erodieren schrittweise - erst werden Menschen herabgewürdigt, dann werden sie ausgegrenzt, und irgendwann wird das Unrecht zur Gewohnheit.“

Sprecher bekennt sich zur „interreligiösen Verantwortung“

Der KMR-Sprecher bekannte sich zur „interreligiösen Verantwortung“. Dazu gehört „für uns auch, Begegnung zu ermöglichen, Bildungsarbeit zu stärken und klar Position zu beziehen, wenn Vorurteile oder Verschwörungsmythen auftauchen“, betonte er. „'Nie wieder' ist keine Parole, sondern eine tägliche Aufgabe.“