Ehrung für Holocaust-Opfer in KZ-Gedenkstätte Buchenwald

Ehrung für Holocaust-Opfer in KZ-Gedenkstätte Buchenwald
Zum internationalen Holocaust-Gedenktag warnt die KZ-Gedenkstätte Buchenwald vor neuen geistigen Brandstiftern im Land.

Weimar (epd). In der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar ist am Dienstag an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert worden. Vertreter von Landesregierung und Landtag legten am internationalen Holocaust-Gedenktag Kränze für die Verfolgten des NS-Regimes nieder. Der stellvertretende Direktor der Gedenkstätte, Philipp Neumann-Thein, erinnerte daran, dass sich die Gefangenen von Buchenwald, Mittelbau-Dora und seinen Außenlagern selbst in den dunkelsten Stunden Zuversicht und Menschlichkeit bewahrt hätten.

Auch deswegen bestehe die gesellschaftliche Verpflichtung, sich den geistigen Brandstiftern entgegenzustellen, die heute erneut nach der Macht in Thüringen und Deutschland griffen, sagte Neumann-Thein. Dem Holocaust seien menschengemachte Entscheidungen vorausgegangen. Institutionen seien umgebaut, juristische und moralische Normen verschoben und Schutzmechanismen abgebaut worden. Ähnliche Versuche seien auch heute wieder zu beobachten.

Viele jugendliche Gäste

An dem Gedenken nahmen etwa 250 Menschen teil, darunter viele Jugendliche. Aus Israel war der langjährige Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos, der Holocaust-Überlebende Naftali Fürst, angereist.

Das Konzentrationslager Buchenwald war eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden. Es wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 auf dem Ettersberg bei Weimar als Haftstätte zur Zwangsarbeit betrieben. Insgesamt waren hier etwa 277.800 Menschen aus 50 Ländern im Haupt- und dessen Nebenlagern inhaftiert. Geschätzt 56.000 Gefangene wurden ermordet oder starben an Erschöpfung oder Unterernährung.