UN befürchten mehrere Hundert tote Migranten im Mittelmeer

UN befürchten mehrere Hundert tote Migranten im Mittelmeer
Die Internationale Organisation für Migration hat Berichte über mehrere Bootsunglücke im zentralen Mittelmeer erhalten. Möglicherweise sind Hunderte Migranten und Flüchtlinge ums Leben gekommen oder werden vermisst.

Genf (epd). Die Internationale Organisation für Migration (IOM) ist zutiefst besorgt über Berichte über mehrere tödliche Schiffsunglücke im zentralen Mittelmeer. Vorläufigen Informationen zufolge würden Hunderte Migranten und Flüchtlinge auf See vermisst oder seien vermutlich ums Leben gekommen, teilte die IOM am Montag in Genf mit.

Das schlechte Wetter behindere die Such- und Rettungsmaßnahmen erheblich. Auf der Insel Lampedusa in Süditalien seien für ein Boot, das aus Sfax, Tunesien, ausgelaufen war, drei Todesfälle bestätigt worden. Unter den Opfern seien Zwillinge im Alter von etwa einem Jahr, die laut Aussage ihrer aus Guinea stammenden Mutter an Unterkühlung gestorben seien. Ein Mann sei ebenfalls kurz nach der Ankunft an Unterkühlung gestorben.

Gefährliche Route für Flüchtlinge und Migranten

Diese Todesfälle verdeutlichten einmal mehr die Gefährdungen, denen Menschen auf diesen gefährlichen Reisen ausgesetzt seien, hieß es. Das zentrale Mittelmeer gilt als eine der gefährlichsten Routen für Flüchtinge und Migranten, die von Afrika kommend Europa erreichen wollen. Die Menschen zahlen Schleuserbanden relativ hohe Beträge für eine Überfahrt in einem der kaum seetauglichen und überfüllten Boote. Das Kentern der Boote ist eine häufige Ursache der Unglücke. Die IOM gehört zu den Vereinten Nationen.