Rund 100 politische Gefangene in Venezuela aus Haft entlassen

Rund 100 politische Gefangene in Venezuela aus Haft entlassen
Die venezolanische Regierung bekundet nach der Entmachtung Maduros, das Land politisch öffnen zu wollen. Am Wochenende kamen Dutzende politische Gefangene frei.

Berlin, Caracas (epd). In Venezuela hat die Regierung unter der amtierenden Präsidentin Delcy Rodríguez mehrere Dutzend weitere Gefangene aus der Haft entlassen. Am Sonntag seien mindestens 104 politische Gefangene freigekommen, erklärte die Menschenrechtsorganisation Foro Penal am Montag auf der Plattform X. Seit der Entmachtung des bisherigen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar wurden der Organisation zufolge bislang rund 240 Freilassungen bestätigt.

Dennoch sitzen nach Einschätzung von Menschenrechtlern weiterhin mehrere hundert Menschen aus politischen Gründen in venezolanischen Gefängnissen. Rodríguez sprach am Samstag von bereits 626 Freilassungen in den vergangenen Wochen und kündigte laut der staatlichen Nachrichtenagentur AVN an, UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk um eine unabhängige Überprüfung der Zahlen zu bitten.

Berichte über neue Festnahmen

Nach dem US-Angriff auf Venezuela am 3. Januar und der Gefangennahme Maduros betont die Regierung unter dessen ehemaliger Vizepräsidentin Rodríguez, einen wirtschaftlichen und politischen Öffnungskurs zu verfolgen. Erst am Freitag sprach Rodríguez davon, einen „wahren politischen Dialog“ mit der Opposition führen zu wollen. Zugleich berichten unabhängige Medien von neuen Festnahmen und einer massiven Präsenz regimetreuer Milizen im öffentlichen Raum. Laut der oppositionellen Onlinezeitung „El Pitazo“ laufen gegen die meisten Freigelassenen weiterhin Verfahren. Sie müssen sich regelmäßig bei der Polizei melden und dürfen das Land nicht verlassen.