USA: Festnahmen wegen Antiabschiebungsprotest bei Gottesdienst

USA: Festnahmen wegen Antiabschiebungsprotest bei Gottesdienst
US-Justizbehörden haben drei Personen wegen ihres Protests gegen die Einwanderungsbehörde ICE in einer Kirche in Minnesota festgenommen. Justizministerin Pam Bondi begründete das Vorgehen mit der Religionsfreiheit.

Washington (epd). US-Justizministerin Pam Bondi hat am Donnerstag (Ortszeit) die Festnahme von drei Personen wegen Protesten gegen die Einwanderungsbehörde ICE bekannt gegeben. Die drei Personen, darunter eine Rechtsanwältin, hatten am vergangenen Sonntag in einer Kirche in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota die Einwanderungsbehörde kritisiert. Bondi schrieb in sozialen Medien, die USA seien auf dem Prinzip der Religionsfreiheit gegründet worden. Sie schütze Kirchen und Gläubige.

Der Zorn der in der Cities Church Protestierenden richtete sich vornehmlich gegen einen Pastor der Kirche, der zugleich in einer örtlich führenden Position für ICE tätig sei. Cities gehört zum Südlichen Baptistenverband, einer konservativen evangelikalen Kirche

Rufe „ICE raus“ in der Kirche

Ein Video vom Protest zeigt eine Gruppe in der Kirche, wie sie „ICE Raus“ ruft. Nach einiger Zeit verließen die Demonstrierenden den Gottesdienst. Im Großraum Minneapolis, zu dem St. Paul gehört, sind gegenwärtig rund 3.000 Kräfte von ICE und dem Grenzschutz Border Patrol im Einsatz.

Die bewaffneten und häufig vermummten Männer haben Hunderte Menschen wegen Verdachts auf „illegalen Aufenthalt“ festgenommen. Laut Medienberichten hat ICE selbst Kinder verhaftet. Am 7. Januar erschoss ein Beamter der Einwanderungsbehörde in Minneapolis die 37-jährige Renee Nicole Good. Die Mutter dreier Kinder saß in ihrem Fahrzeug in der Nähe eines ICE-Einsatzes.

Störerin beruft sich auf ihren Glauben

Cities Church erklärte auf ihrer Webseite, die beim Gottesdienst Demonstrierenden hätten „Kindern Angst gemacht“. Eine der drei wegen ihrer Teilnahme festgenommenen Personen, die Rechtsanwältin Nekima Levy Armstrong, bezeichnete die Aktion in CNN als „friedfertige Störung“. Ihr christlicher Glaube motiviere ihren Aktivismus. ICE gehe mit extremer Brutalität in Minneapolis vor.

Der Fernsehsender CBS berichtete, zu Bondis Ärger habe der zuständige Richter keine Anklage erhoben gegen einen Journalisten, der die Kundgebung gefilmt hat. Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, verurteilte die Festnahmen als groben Machtmissbrauch. Die Regierung ermittle aber nicht gegen den ICE-Mann, der mutmaßlich Renee Good erschossen habe. Zahlreiche Kirchen und Pastoren in Minneapolis unterstützen Proteste gegen ICE.