Aktion Mensch sieht Versäumnisse beim Ausbau der inklusiven Bildung

Aktion Mensch sieht Versäumnisse beim Ausbau der inklusiven Bildung
Die Aktion Mensch warnt vor einem Stillstand beim Ausbau der inklusiven Bildung in Deutschland. Statt Barrieren abzubauen, verfestige sich ein "System der Separation aus Regel- und Förderschulen". Kinder mit Behinderung würden benachteiligt.

Bonn (epd). Die Aktion Mensch warnt in der Debatte um inklusive Schulen vor „gravierenden Versäumnissen“ in Deutschland. „Obwohl inklusive Bildung ein völkerrechtlich verankertes Menschenrecht ist, bleibt sie für viele Schülerinnen und Schüler mit Behinderung weiterhin unerreichbar“, erklärte die Förderorganisation am Donnerstag in Bonn anlässlich des Internationalen Tages der Bildung (24. Januar). Statt Barrieren abzubauen, verfestige „sich ein System der Separation aus Regel- und Förderschulen - abhängig vom Wohnort, der Personalsituation und strukturellen Rahmenbedingungen“.

Fast 17 Jahre nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention stagniere der Ausbau der inklusiven Bildung, hieß es. So liegt der Anteil der Kinder mit Förderbedarf, die in separaten Förderschulen unterrichtet werden, laut einer aktuellen Erhebung der Bertelsmann Stiftung bei bundesweit 4,2 Prozent. Zugleich verlassen nach einer Untersuchung unter Federführung des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung 73 Prozent der Jugendlichen an Förderschulen die Schule ohne mindestens einen ersten Schulabschluss, was ihre Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt massiv einschränkt.

Personalmangel ist Hauptgrund für mangelnde Umsetzung

Ein wesentlicher Grund für die mangelnde Umsetzung inklusiver Bildung sei der Lehrkräftemangel, hieß es. So werde Inklusion vielerorts als zusätzliche Aufgabe wahrgenommen, die knappen Kapazitäten häufig als Erstes zum Opfer fällt. Inklusive Bildung müsse durch bundesweite Standards und länderübergreifende Koordination konsequent umgesetzt werden, forderte die Aktion Mensch.