"Wir sind Kirche": Bätzing-Rückzug ist herber Rückschlag für Reformen

"Wir sind Kirche": Bätzing-Rückzug ist herber Rückschlag für Reformen
Die Reformbewegung "Wir sind Kirche" wertet Bischof Bätzings Verzicht auf eine zweite Amtszeit an der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz als Signal der Schwächung von Aufarbeitung und Reformkurs der römisch-katholischen Kirche.

München (epd). Der angekündigte Rückzug von Georg Bätzing vom Vorsitz der katholischen Deutschen Bischofskonferenz ist nach Ansicht von „Wir sind Kirche“ ein herber Rückschlag für die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt sowie für alle anstehenden Reformen in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland. „Wir sind Kirche befürchtet, dass dies den Weg der Kirche in die gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit noch beschleunigen wird“, erklärte die katholische Reformbewegung am Dienstag in München. Nach nur einer Amtszeit will sich der Limburger Bischof nicht erneut zur Wahl bei der Frühjahrsvollversammlung der katholischen Bischöfe vom 23. bis 26. Februar in Würzburg stellen.

„Wir sind Kirche“ dankte Bätzing für seinen Einsatz als Vorsitzender der Bischofskonferenz, die mühsame, aber dringend notwendige Aufarbeitung sexualisierter Gewalt voranzubringen. Gewürdigt wurde zudem sein Engagement für die anstehenden pastoralen Reformen. Unter Georg Bätzing habe der Synodale Weg „trotz aller inneren und äußeren Schwierigkeiten wesentliche grundlegende wie handlungsorientierte Reformschritte erarbeitet, die auch weltweit Beachtung finden, auch auf der Ebene des 2021 von Papst Franziskus begonnenen weltweiten Synodalen Prozesses“.

„Trauerspiel“

Es sei „ein Trauerspiel, wie es den traditionalistischen spalterischen Kräften innerhalb der deutschen Bischöfe gelungen ist, den Synodalen Weg von Anfang an zu bremsen, die Weiterarbeit im Synodalen Ausschuss zu blockieren und jetzt ihre Sperrminorität zu nutzen, eine Wiederwahl von Bischof Bätzing zu verhindern“, fügte das „Wir sind Kirche“-Bundesteam hinzu.

Auch die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) bedauerte den Rückzug von Bischof Bätzing vom Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Die Gemeinschaft würdigte besonders Bätzings Engagement für den sakramentalen Diakonat der Frau. „Von seinem Nachfolger erwarten wir, dass der Synodale Prozess konsequent weitergeführt wird“, erklärte die kfd-Bundesvorsitzende und Synodalin Ulrike Göken-Huismann am Dienstag in Düsseldorf. Die Zukunft der Kirche entscheide sich nicht daran, ob Frauen beteiligt werden, sondern dass sie volle Gleichberechtigung in Verantwortung und Leitung erlangen und zu allen Diensten und Ämtern zugelassen werden.