Dresden (epd). Die Gedenkstätte Großschweidnitz in Sachsen wird zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar ein Schaudepot mit Grabsteinen von Opfern der nationalsozialistischen Krankenmorde eröffnen. Es handele sich um die deutschlandweit einzigen noch erhaltenen Grabsteine dieser Opfergruppe auf einem ehemaligen Anstaltsfriedhof, teilte die Stiftung Sächsische Gedenkstätten am Dienstag in Dresden mit.
Die schlichten Betongrabsteine seien nur durch einen Zufall erhalten geblieben. In der DDR-Zeit wurden sie demnach als Begrenzungssteine wiederverwendet. Neben den Grabsteinen sollen sechs Biografien präsentiert werden, die die Lebensgeschichten der Ermordeten erzählen. Zur Einweihung wird eine Nichte des Opfers Christian Schmidt über dessen Leben sprechen.
Mehr als 5.500 Menschen ermordet
Stiftungsangaben zufolge wurden in der damaligen Landesanstalt Großschweidnitz zwischen 1939 und 1945 mehr als 5.500 Menschen durch überdosierte Medikamente, Unterernährung und Vernachlässigung ermordet. Die Bundeszentrale für politische Bildung geht in ganz Europa von 200.000 bis 300.000 sogenannten „Euthanasie“-Opfern aus.


