Berlin (epd). Eine Vollzeitbeschäftigung von Müttern kleiner Kinder stößt in der deutschen Bevölkerung noch immer auf wenig Akzeptanz. Nur ein knappes Viertel (23 Prozent) der Deutschen hielt es 2022 für angemessen, wenn Mütter mit Kindern unter drei Jahren mindestens 30 Stunden in der Woche arbeiten, wie aus am Dienstag vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung veröffentlichten Ergebnissen einer Langzeitstudie hervorgeht. Eine Teilzeitbeschäftigung von Frauen mit bis zu dreijährigen Kindern im Rahmen von mindestens 15 Stunden hielten 55 Prozent für angemessen.
Die Ergebnisse stammen den Angaben zufolge aus einer Langzeitbefragung, an der jährlich rund 10.000 Personen ab 15 Jahren teilnehmen. Für die konkrete Untersuchung, die es bereits 2011 und 2016 gab, wurden die Einstellungen der 18- bis 60-Jährigen herangezogen.
Vollzeitarbeit von Müttern erst ab Einschulung akzeptiert
Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass die Akzeptanz für die Berufstätigkeit von Müttern zwar leicht gestiegen ist. Das Durchschnittsalter, ab dem eine Berufstätigkeit von Müttern als angemessen betrachtet wird, ist aber weiter recht hoch. Eine Beschäftigung in Teilzeit werde im Durchschnitt akzeptiert, wenn das Kind zwei Jahre und acht Monate alt ist. Eine Vollzeitbeschäftigung wird demnach durchschnittlich als akzeptabel angesehen, wenn das Kind fünf Jahre und acht Monate alt ist - also etwa ab der Einschulung.
Die Arbeitsmarktforscherin Corinna Frodermann sagte, für eine Berufsrückkehr fänden Mütter mit Kleinkindern weiterhin nur wenig Akzeptanz. Die Befragung zeigt auch, dass eine externe Kinderbetreuung kleiner Kinder auf Akzeptanzgrenzen stößt. Eine regelmäßige Betreuung wird demnach für Kinder ab einem Alter von zwei Jahren und vier Monaten als angemessen empfunden. Das als akzeptabel empfundene Durchschnittsalter für eine Ganztagsbetreuung liegt bei vier Jahren und neun Monaten.


