Nairobi, Kinshasa (epd). Die Armee der Demokratischen Republik Kongo hat die Kontrolle über die Stadt Uvira im Osten des Landes zurückerlangt. Die Stadt sei nach dem Rückzug der ruandischen Armee und der M23-Rebellen wieder in kongolesischer Hand, erklärte sie am Montagabend. Die M23-Miliz bestätigte zugleich ihren Rückzug. Die von Ruanda unterstützten Aufständischen kämpfen seit mehr als einem Jahr aktiv um Gebiete im Ostkongo. Sie kontrollieren die Großstädte Goma und Bukavu sowie große Teile der Regionen Nord- und Süd-Kivu seit einem Jahr.
Trotz eines Friedensabkommens hatten die Rebellen Anfang Dezember Uvira, an der Grenze zu Burundi, eingenommen. Nach wenigen Tagen bereits kündigten sie die Bereitschaft zum Rückzug an, doch umgesetzt wurde dieser erst am vergangenen Wochenende. Medienberichten zufolge gab es rund um den Rückzug Plünderungen, die Kriegsparteien machen dafür die jeweils andere Seite verantwortlich.
Kampf um Kontrolle von Rohstoffen
Die M23-Rebellen teilten auf der Platform „X“ mit, der Rückzug sei ein Akt des guten Willens. Die Regierung will nun die staatlichen Strukturen wiederherstellen, hieß es in einer Erklärung des Kommunikationsministeriums. Tausende Menschen waren im Dezember vor den Kämpfen geflohen, zum Teil ins Nachbarland Burundi. Bevor sie zurückkehren, soll die Lage weiter gesichert werden.
Zuletzt unterschrieben Kongo und Ruanda Anfang Dezember in Washington ein "Abkommen für Frieden und Wohlstand”. Die von der US-Regierung vermittelte Vereinbarung wird von Wirtschaftsdeals begleitet, die den USA Zugang zu wertvollen Rohstoffen sichern sollen, um die seit Jahrzehnten im Ostkongo gekämpft wird.


