Nairobi, Kampala (epd). Wenige Tage nach den Wahlen in Uganda hat Armeechef und Präsidentensohn Muhoozi Kainerugaba dem Oppositionspolitiker Bobi Wine mit dem Tod gedroht. Auf der Plattform „X” äußerte er in der Nacht auf Dienstag mehrfach das Ziel, den Präsidentschaftskandidaten der NUP-Partei tot zu sehen. “Seit letzter Woche haben wir 22 NUP-Terroristen getötet. Ich bete, dass der 23. Kabobi ist", schrieb er unter anderem.
Bobi Wine wiederum erklärte am Dienstag, es seien nicht 22 seiner Anhänger, sondern über 100 getötet worden. Zugleich forderte er, dass das Militär, das sein Haus umstellt, sofort sein Grundstück verlasse. Seine Frau und andere Personen seien nicht sicher und vom Zugang zu Lebensmitteln abgeschnitten.
Über 400 Festnahmen seit der Wahl
Nach der Wahl vom 15. Januar war Langzeitpräsident Yoweri Museveni mit 71 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Bobi Wine, der den offiziellen Ergebnissen der Wahlkommission zufolge 24,7 Prozent erhielt, ist untergetaucht und hat erklärt, dass er das Ergebnis nicht anerkennt. Sein Haus ist seit dem Wahltag von Sicherheitskräften umstellt. Wüste Drohungen von Muhoozi Kainerugaba sind kein neues Phänomen, auch wenn er im Wahlkampf überraschend still blieb.
Seit der Präsidentschaftswahl sind in dem ostafrikanischen Land laut lokalen Medien mehr als 400 Menschen festgenommen und teils angeklagt worden, die sich gegen den Verlauf der Wahl und der Stimmauszählung ausgesprochen haben. Auf der Platform "X” verbreitete Wine ein Video, in dem zu sehen ist, wie ein paar wenige Leute massenweise Stimmzettel für Museveni ausfüllen.
Die Wahlbeobachtungsmission der Afrikanischen Union (AU) stellte die Unabhängigkeit der Wahlkommission in Frage. Zudem erklärte sie, dass Internetsperren das Recht auf Information und freie Meinungsäußerung eingeschränkt hätten.


