Menschenrechtskommissar fordert Schutz der Zivilbevölkerung im Sudan

Menschenrechtskommissar fordert Schutz der Zivilbevölkerung im Sudan
Nach einer Reise durch den Sudan dringt der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Türk, auf Schutz der Menschen in dem Kriegsland und auf Aufklärung der schweren Verbrechen an der Zivilbevölkerung.

Nairobi, Port Sudan (epd). Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, ruft die Kriegsparteien im Sudan zum Schutz der Zivilbevölkerung auf. Bei einer Pressekonferenz am Sonntag in der Stadt Port Sudan forderte er auch die umgehende Freilassung Tausender Zivilisten, die wegen angeblicher Kollaboration festgehalten werden.

Eines der größten Probleme sei die Verbreitung von Waffen auf dem neuesten technischen Stand in den Händen der beiden Kriegsparteien, erklärte Türk. Seit April 2023 kämpfen im Sudan die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) gegen die sudanesische Armee um Macht und Zugang zu Ressourcen.

Gegen Militarisierung der Gesellschaft

Das Menschenrechts-Büro sammele Beweise für die schrecklichen Verbrechen und wolle helfen, die Täter zur Verantwortung zu ziehen, sagte Türk. Aus der Stadt Al-Faschir in der Region Darfur, die Ende Oktober an die RSF fiel, gebe unzählige Berichte von sexueller Gewalt an Frauen und von Massenhinrichtungen von Männern. Er fürchte, dass sich ähnliche Verbrechen in der Region Kordofan wiederholen könnten, erklärte der UN-Hochkommissar.

Türk kritisierte außerdem die Rekrutierung von Kindern sowie die Militarisierung der Zivilgesellschaft. Nur wenn Menschenrechte zentral seien, könne nachhaltig Frieden geschaffen werden. Dennoch zeigte sich Türk überzeugt, dass der Wille der jungen Generation für eine gute Zukunft ungebrochen sei. Ehrenamtliche Helfer, die Nothilfe in betroffenen Gebieten organisieren, seien dafür der Beweis.