Zusammenhalt fördern: Initiative ruft zu Aktionstag im Mai auf

Zusammenhalt fördern: Initiative ruft zu Aktionstag im Mai auf
Mit dem "Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt" am 21. Mai wirbt die Initiative kulturelle Integration für mehr Dialog und Verständigung. Alle Menschen in Deutschland sind aufgerufen, sich zu beteiligen.

Berlin (epd). Die Initiative kulturelle Integration ruft für den 21. Mai erstmals zu einem „Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt“ auf. Dazu lud das Bündnis aus 28 Organisationen am Freitag in Berlin Menschen bundesweit ein, sich mit eigenen Ideen zu beteiligen. Anlass für den Aktionstag ist der Unesco-Welttag der kulturellen Vielfalt am 21. Mai.

„Wir müssen deutlicher zeigen, dass Vielfalt und Zusammenhalt in unserer Gesellschaft funktionieren können“, sagte der Sprecher der Initiative und Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann. Der Umgang mit dem Stromausfall in Berlin habe zuletzt bewiesen, dass es diesen Zusammenhalt gebe. Am Aktionstag seien Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Schulen und Organisationen aufgerufen, mit ihren Aktionen diesen Zusammenhalt sichtbar zu machen.

Dem Bündnis gehören Organisationen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an, darunter das Bundesinnen- und das Bundessozialministerium, der Deutsche Naturschutzring, der Koordinationsrat der Muslime und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD).

Deutschland am Scheideweg

Die EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs sieht Deutschland angesichts sozialer Spannungen am Scheideweg. Die Gesellschaft aber lebe von kultureller Vielfalt. Kultur und die Kirchen könnten Freiräume eröffnen und Menschen miteinander ins Gespräch bringen, um Unterschiede und Gemeinsames zu entdecken, sagte Fehrs.

Wer sich am Aktionstag beteiligt, kann unter anderem einen Currywurst-Imbiss mit Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) oder eine heiße Schokolade mit Fehrs gewinnen. „Alles, was Integration und Zusammenhalt betrifft, geht nur über ein Gespräch“, sagte Fehrs. Dabei spiele die Neugier auf andere Meinungen eine wichtige Rolle. Derzeit könnten die Menschen es kaum mehr aushalten, dass es andere Meinungen gebe. Deshalb sei sie neugierig, mit wem sie bei einer heißen Schokolade ins Gespräch komme.

Fähigkeit zum Streit

Der Beigeordneten für Kultur beim Deutschen Städtertag, Daniela Schneckenburger, zufolge erleben die Menschen die Spaltung der Gesellschaft nirgendwo so stark wie in den Städten. Das gesellschaftliche Klima dort sei rauer geworden. Auch für die Verwaltungen und die Stadträte sei es heute schwieriger, die Menschen zu einen. Mit dem Aktionstag wolle die Initiative zeigen, was die Menschen verbinde, aber auch trenne. „Die Fähigkeit, miteinander zu streiten, ist ganz entscheidend“, sagte Schneckenburger.

Mit dem Song „Keine Angst“ unterstützt der Musiker und Sänger Sebastian Krumbiegel von den „Prinzen“ den Aktionstag. Auch der Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer (parteilos), setzt sich als Mitglied der Initiative für den Aktionstag ein. Gerade jetzt komme es darauf an, Vielfalt und Zusammenhalt nicht gegeneinander auszuspielen, sondern beides zu stärken, erklärte er.

Für den Aktionstag hat das Bündnis seine 2017 veröffentlichten 15 Thesen grundlegend überarbeitet. Die im Internet abrufbaren Thesen sollen zugleich Ideen für mögliche Aktionen am 21. Mai geben.