Leistungsprinzip und Sozialstaat für junge Menschen kein Widerspruch

Leistungsprinzip und Sozialstaat für junge Menschen kein Widerspruch
Das Leistungsprinzip und der Sozialstaat sind für 16- bis 25-Jährige in Deutschland gleichermaßen wichtig, wie eine Forsa-Umfrage für die Bertelsmann Stiftung ergab. Die Mehrheit will Erben und Besserverdienende stärker an den Lasten beteiligen.

Gütersloh (epd). Junge Menschen in Deutschland halten einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung zufolge sowohl das Leistungs- als auch das Solidaritätsprinzip für gerecht. In der am Donnerstag in Gütersloh veröffentlichten Untersuchung gaben 95 Prozent der Befragten an, dass sich Arbeit auszahlen solle. Zugleich waren 90 Prozent dafür, armen Menschen eine angemessene Versorgung zu gewährleisten.

Für die repräsentative Studie hatte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Stiftung mehr als 1.500 Menschen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren befragt. Demnach befürworten 92 Prozent gleiche Startchancen für alle. 97 Prozent halten es für wichtig, Menschen mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen zu unterstützen. 89 Prozent sagen, dass jene mehr verdienen sollten, die im Beruf viel leisteten.

Junge wollen Reiche mehr zahlen lassen

Für eine stärkere Besteuerung von Erbschaften spricht sich eine knappe Mehrheit von 51 Prozent aus. 71 Prozent sind für eine höhere Besteuerung von Besserverdienenden. Eine Mehrheit von 53 Prozent erwartet für ihre Generation bessere Arbeitsmarktchancen als für die ihrer Eltern. Dennoch glauben nur 26 Prozent, dass sie einen höheren Wohlstand erreichen werden als ihre Eltern.

Sandra Zillinger, Expertin der Bertelsmann Stiftung für Jugend und Wirtschaft, nannte es „eine ermutigende Nachricht“, dass die nachkommende Generation sich zu den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft bekenne. „Junge Menschen legen genauso Wert auf die Errungenschaften des Sozialstaates wie auf den Leistungsgedanken“, erklärte sie.