Murg zur "Flusslandschaft des Jahres" gekürt

Murg zur "Flusslandschaft des Jahres" gekürt
In der Murg war der Lachs ausgestorben, inzwischen ist er dort wieder zu Hause. Das Gewässer ist nun zur "Flusslandschaft der Jahre 2026/27" gekürt worden.

Rastatt, Berlin (epd). Die Naturfreunde Deutschlands und der Deutsche Angelfischerverband haben die Murg in Baden-Württemberg zur „Flusslandschaft der Jahre 2026/27“ ernannt. Anlass seien erfolgreiche Renaturierungsprojekte wie die Rückkehr des Lachses in das Gewässer, wie die Naturfreunde am Mittwoch in Berlin mitteilten. Die offizielle Auszeichnung ist für den Weltwassertag am 22. März geplant.

Früher galt die Murg der Mitteilung zufolge als wichtigster Lachsfluss in Baden. Doch durch die Industrialisierung verschlechterte sich die Wasserqualität dramatisch. Industrieabwässer, Wehre und die Begradigung des Flussbettes zerstörten den Lebensraum für viele Fische. Der Lachs starb in der Murg aus.

30 Fischarten nachgewiesen

Seit den 1990er Jahren wurde der Fluss für Fische wieder passierbar gemacht, und es wurden Hunderttausende junge Lachse ausgesetzt. Das Flussbett wurde naturnäher gestaltet und die Wasserqualität verbessert. Im Jahr 2024 konnten Forscher wieder 30 Fischarten in dem 80 Kilometer langen Rhein-Nebenfluss nachweisen.

Die Renaturierung helfe auch bei der Anpassung an den Klimawandel, sagte Joachim Nibbe von den Naturfreunden Deutschlands. Natürliche Flusslandschaften könnten Extremwetter wie Starkregen und Dürren besser ausgleichen. Klaus-Dieter Mau, Präsident des Angelfischerverbandes, lobte das Engagement der Menschen vor Ort.

Das Murgtal ist ein beliebtes Ziel für Ausflügler. Verschiedene Wanderwege führen durch die Region. Ein 67 Kilometer langer Radweg begleitet den Fluss von Freudenstadt bis nach Rastatt.