Verbändebündnis kritisiert EU-Gentechnik-Vorhaben

Verbändebündnis kritisiert EU-Gentechnik-Vorhaben
Vor der Grünen Woche kritisiert ein Zusammenschluss von 45 Organisationen Pläne der Europäischen Union zur Deregulierung von Gentechnik: Gentechnikfreie Landwirtschaft sowie Wahlfreiheit seien in Gefahr.

Berlin (epd). Ein Bündnis aus 45 zivilgesellschaftlichen Organisationen kritisiert Pläne der EU zur Deregulierung von Gentechnik in scharfer Form. Anlässlich der bevorstehenden Agrarmesse „Grüne Woche“ in Berlin veröffentlichte das Verbändebündnis am Dienstag in Berlin eine Resolution, in der es sich unter anderem für das Ermöglichen gentechnikfreier Land- und Lebensmittelwirtschaft sowie Wahlfreiheit durch eine Kennzeichnungspflicht von gentechnisch veränderten Waren ausspricht.

Der Vorsitzende des beteiligten Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Olaf Bandt, kritisierte, die vorgeschlagene Deregulierung ignoriere die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher, „die selber entscheiden wollen, was sie essen“. Nötig sei dafür „die komplette Kennzeichnung aller gentechnisch veränderten Lebensmittel“.

EU plant Lockerung für moderne Gentechnikverfahren

Den EU-Plänen zufolge sollen jedoch mit modernen Gentechnikverfahren veränderte Lebensmittel künftig ohne spezielle Kennzeichnung im Supermarkt verkauft werden können. Der BUND-Chef bemängelte, dieser Entwurf gefährde die genetische und biologische Vielfalt und genau jene Ansätze von Züchtung und Landwirtschaft, die aus Sicht seiner Organisation zur Lösung der Klima- und Biodiversitätskrise benötigt würden.

Sollte „dieser mangelhafte Gesetzesvorschlag“ auf EU-Ebene angenommen werden, fordern die 45 Organisationen Gegenmaßnahmen: Deutschland müsse sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen, um eine gentechnikfreie Land- und Lebensmittelwirtschaft weiterhin möglich zu machen, die Umwelt zu schützen und Transparenz beim Einkauf zu gewährleisten.

Unterzeichnet haben die Resolution laut BUND Verbände aus Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Lebensmittelerzeugung, Imkerei, Züchtung, Umwelt-, Natur-, Tier- und Klimaschutz sowie Entwicklungszusammenarbeit. Sie wenden sich an Abgeordnete im EU-Parlament, Bundestag und Landtagen.