Potsdam, Berlin (epd). Für den Betrieb des neuen Potsdamer Garnisonkirchturms sollen keine Bundesmittel gewährt werden. Dies geht aus einer Antwort von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Isabell Vandre hervor, die Vandre am Donnerstag in Berlin veröffentlicht hat. „Es liegt in der Verantwortung der Stiftung, die Finanzierung des Betriebs dauerhaft sicherzustellen und etwaige Finanzierungslücken zu schließen“, betont Weimer dort: „Die Bundesregierung beteiligt sich nicht an den Betriebskosten.“
Auch andere Bundesmittel für die Stiftung würden nicht in Aussicht gestellt, heißt es in der Antwort auf eine weitere Anfrage von Vandre: „Es ist keine weitere Förderung mit Bundesmitteln beabsichtigt.“
Zahlen offenlegen
Der Turm war im August 2024 eröffnet worden. Die Garnisonkirchenstiftung hatte nach eigenen Angaben 2025 zusätzliche Mittel der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Höhe von rund 250.000 Euro aus einem kirchlichen Krisenfonds in Anspruch genommen, um den Betrieb zu finanzieren. Hintergrund waren die geringen Besucherzahlen, die mit rund 30.000 nur halb so hoch ausgefallen waren wie erwartet.
Vandre erklärte, der Plan, langfristige Finanzierungslücken mit Steuergeld zu stopfen, sei damit „wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen“. Die Stiftung müsse nun „endlich alle Zahlen und Fakten auf den Tisch“ legen. Bischof Christian Stäblein hatte im November ein sich selbst tragendes Finanzierungskonzept für den Turm oder eine „Exitstrategie“ gefordert. Der Bischof ist auch Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung.


