Stromausfall: DRK fordert mehr Investitionen in Bevölkerungsschutz

Stromausfall: DRK fordert mehr Investitionen in Bevölkerungsschutz
Der Stromausfall in Berlin zeige, wie anfällig die kritische Infrastruktur sei, sagt DRK-Chef Hermann Gröhe. Er fordert mehr Geld für sogenannte Betreuungsmodule, mit denen die Bevölkerung im Krisenfall versorgt werden kann.

Berlin (epd). Angesichts des massiven Stromausfalls in Berlin hat der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Hermann Gröhe, fehlende Investitionen des Bundes in den Bevölkerungsschutz beklagt. Die aktuelle Situation zeige nochmals, wie anfällig die kritische Infrastruktur sei und welche Bedeutung der Schutz der Bevölkerung habe, sagte Gröhe dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Mittwoch). Nötig sei eine „ausreichende Bevorratung an Materialien zur Bewältigung solcher Lagen“.

Ein Beispiel seien Mobile Betreuungsmodule, die bei einer länger andauernden Krisensituation zum Einsatz kommen könnten, erklärte Gröhe. „Durch sie könnten im Krisenfall jeweils 5.000 Personen wie in einer kleinen Stadt eigenständig versorgt werden - mit Wasser, Energie und Gesundheits- sowie sozialen Angeboten.“

Katastrophenschutz als Teil der Daseinsvorsorge

Deutschlandweit würden mindestens zehn solcher Module gebraucht, so sei es auch politisch vorgesehen gewesen. Ausfinanziert seien bislang jedoch nur anderthalb Module. „Im aktuellen Bundeshaushalt sind keine Finanzmittel für weitere Module eingestellt“, kritisierte der frühere CDU-Bundesgesundheitsminister. Er betonte: „Der Zivil- und Katastrophenschutz ist ein zentraler Bestandteil für die gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit und Teil der Daseinsvorsorge des Staates.“

Den Stromausfall in Teilen Berlins hatte am Samstag ein Brandanschlag auf das Stromnetz ausgelöst. Dazu hat sich die linksextremistische „Vulkangruppe“ bekannt. Inzwischen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.