Berlin (epd). Viele gesetzlich Krankenversicherte wünschen sich laut einer Umfrage einen schnelleren Zugang zu Fachärzten. 30 Prozent der Befragten hielten die Wartezeiten für „zu lang“ oder „viel zu lang“, lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des GKV-Spitzenverbandes, das am Montag veröffentlicht wurde. Die Wartezeiten bei Hausärzten werden von jedem zweiten GKV-Versicherten positiv bewertet.
30 Prozent der befragten Versicherten gaben an, dass es „schwierig“ beziehungsweise „sehr schwierig“ war, einen Termin bei einem Facharzt zu erhalten. Bei den Befragten mit einem schlechten Gesundheitszustand waren es sogar 35 Prozent. 25 Prozent der Patienten warten den Angaben nach länger als 30 Tage auf einen Termin beim Facharzt, aber immerhin jeder Zweite kann innerhalb von 10 Tagen eine Fachärztin oder einen Facharzt sprechen.
25 Prozent warten länger als drei Tage auf einen Hausarzttermin
Aus der GKV-Versichertenbefragung 2025 gehe zudem hervor, dass 51 Prozent der Versicherten die Wartezeiten bei Hausarztpraxen als „genau meinen Wünschen entsprechend“ und 35 Prozent als „noch akzeptabel“ bezeichnen. Nur 14 Prozent seien unzufrieden. In Hausarztpraxen warten 25 Prozent der Patienten länger als 3 Tage, ein Viertel der Patienten sucht die Praxis ohne Termin direkt auf. Online befragt wurden im Februar und März vergangenen Jahres 3.520 GKV-Versicherte im Alter von 18 bis 80 Jahren.
Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende beim GKV-Spitzenverband, sagte, deutlich werde, dass sich Patientinnen und Patienten eine ambulante Versorgung wünschen, „die mit unserer modernen Lebens- und Arbeitswelt vereinbar ist“. Dazu gehörten kürzere Wartezeiten für Facharzttermine sowie flexible Öffnungszeiten in den Praxen allgemein. Der GKV-Spitzenverband fordert Reformen. Unter anderem sollten die Koordination der Patientenversorgung, etwa durch eine standardisierte digitale Ersteinschätzung, verbessert, der Zugang zur medizinischen Versorgung stärker gesteuert und medizinisch nicht erforderliche Praxiskontakte reduziert werden.


