Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen steigen deutlich

Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen steigen deutlich
Die gesetzliche Krankenversicherung wird für die Versicherten 2026 teurer. Der GKV-Spitzenverband hat jetzt mitgeteilt, wie hoch der durchschnittliche Anstieg der Zusatzbeiträge ausfällt.

Berlin (epd). Die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen haben sich nach einer Berechnung des GKV-Spitzenverbandes zum Jahreswechsel deutlich erhöht. Verbandschef Oliver Blatt sagte der „Bild“-Zeitung (Freitag) in Berlin, der durchschnittliche, nach Mitgliedern gewichtete Zusatzbeitragssatz sei von 2,94 auf 3,13 Prozent gestiegen. Der Zusatzbeitrag wird auf den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent aufgeschlagen.

Diese Erhöhung müsse „ein Weckruf für alle sein, die für unser Gesundheitssystem Verantwortung tragen“, sagte Blatt. Er warb für grundlegende Reformen: „Ich appelliere an die Politik, aus dem Jahr 2026 ein echtes Reformjahr zu machen. So muss als dringlichste Maßnahme der starke Anstieg bei den Krankenhauskosten und den Medikamentenpreisen gestoppt werden.“

Damit wird die Krankenversicherung noch einmal teurer als bisher von Fachleuten erwartet. Laut dem GKV-Schätzerkreis sollte der Zusatzbeitrag zum Jahresbeginn im Schnitt um 0,4 Prozentpunkte steigen auf dann 2,9 Prozent des Bruttolohns. Für 2025 hatte das Gesundheitsministerium einen Durchschnittswert von 2,5 Prozent festgelegt.

Weil die Kassen den Zusatzbeitrag aber eigenständig bestimmen und mehrere Krankenkassen ihn im Jahresverlauf auch erhöhten, liegt der tatsächliche Durchschnittswert nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bereits bei 2,9 Prozent. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen den Zusatzbeitrag hälftig, ebenso wie den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent.