Adveniat sammelt Weihnachtskollekten für die Amazonas-Region

Adveniat sammelt Weihnachtskollekten für die Amazonas-Region
Nach der Weltklimakonferenz in Belém wendet auch das katholische Hilfswerk Adveniat seinen Blick auf Brasilien. Die diesjährige Weihnachts-Spendenaktion soll der Amazonas-Region zugutekommen. Eröffnet wird die Kampagne am Sonntag in Mainz.

Mainz (epd). Die Weihnachtsaktion des katholischen Hilfswerks Adveniat zugunsten der Menschen in Lateinamerika und der Karibik will in diesem Jahr besonders die indigenen Völker in der Amazonas-Region in den Blick nehmen. Die Spendenaktion solle gezielt denjenigen zugutekommen, die „den Amazonas-Regenwald als Lunge unserer Erde schützen“, sagte der katholische Mainzer Bischof Peter Kohlgraf am Donnerstag bei der Vorstellung der Spendenkampagne. Die bundesweite Adveniat-Aktion unter dem Motto „Rettet unsere Welt - Zukunft Amazonas“ soll am Sonntag, dem ersten Advent, mit einem Gottesdienst im Mainzer Dom eröffnet werden.

Das Hilfswerk unterstützt nach eigenen Angaben indigene Gemeinschaften dabei, ihre Rechte im Kampf gegen die Zerstörung des Regenwaldes durch Konzerne und Regierungen zu schützen. Aktivisten in der Amazonas-Region versuchten oft unter Einsatz des eigenen Lebens, die Umwelt zu bewahren. In allen katholischen Kirchen Deutschlands ist die Kollekte der Weihnachtsgottesdienste am 24. und 25. Dezember für Adveniat bestimmt.

„Ausbeutung hinterlässt tiefe Wunden“

Zum Eröffnungsgottesdienst sind auch kirchliche Vertreter aus Brasilien nach Mainz gekommen. Ordensschwester Elis dos Santos vom indigenen Volk der Mura warf der Weltgemeinschaft nach dem Abschluss der Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém vor, die Stimmen der vor Ort lebenden Menschen ignoriert zu haben. „Es gibt keinen Ausweg aus der Klimakrise, ohne den Völkern zuzuhören, die unsere Lebensräume pflegen und schützen“, sagte sie. Der brasilianische Bischof Vicente Ferreira forderte ein Ende des zerstörerischen Bergbaus. „Unsere Bodenschätze werden in der Logik des neoliberalen Systems ausgebeutet“, erklärte er. „Es privilegiert eine reiche Minderheit, die sich hauptsächlich im Globalen Norden befindet, und hinterlässt tiefe Wunden vor Ort, in der Biodiversität und den Gemeinschaften.“