Belém (epd). Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat auf der Weltklimakonferenz 60 Millionen Euro für den internationalen Fonds zur Anpassung an den Klimawandel angekündigt. „Wir werden besonders verletzliche Länder weiterhin unterstützen“, sagte er am Montagabend (Ortszeit) vor dem Plenum der Konferenz in Belém. Maßnahmen zur Anpassung müssten noch schneller umgesetzt werden, um Menschen und Ökosysteme zu unterstützen.
Der UN-Fonds wurde 2001 eingerichtet, um vom Klimawandel stark betroffene Gemeinschaften weltweit bei Anpassungsmaßnahmen zu unterstützen, etwa bei der Entwicklung von Frühwarnsystemen für Extremwetter oder mit klimaresistenten Anbaumethoden in der Landwirtschaft. Im Gegensatz zu vielen anderen Klimainitiativen handelt es sich beim Anpassungsfonds um Zuschüsse statt Kredite. Zwischen 2022 und 2024 stellte Deutschland jährlich 60 Millionen Euro bereit.
Hilfsorganisationen begrüßen Zusage
Hilfs- und Umweltorganisationen begrüßten Schneiders Zusage. „Deutschland ist ein verlässlicher Geber seit Jahren, womit die Bundesregierung Verantwortung gegenüber den verletzlichsten Bevölkerungsgruppen zeigt“, sagte Sabine Minninger, Klima-Expertin von „Brot für die Welt“. Mit der Zusage setze Deutschland andere Länder unter Druck, die noch keine Beiträge zugesagt hätten, erklärte Oxfam-Experte Jan Kowalzig.
Anpassung ist ein großes Verhandlungsthema auf der diesjährigen Klimakonferenz. Die Delegierten ringen unter anderem um das globale Anpassungsziel und dessen Umsetzung. Die Entwicklungsländer fordern dafür von den Industriestaaten eine Verdreifachung der Hilfszahlungen auf 120 Milliarden US-Dollar (103 Milliarden Euro) jährlich bis 2030.
Delegierte aus mehr als 190 Ländern
Schneider vertritt Deutschland bei den Verhandlungen in der zweiten Woche der Weltklimakonferenz in der brasilianischen Amazonas-Stadt Belém. Die Konferenz endet offiziell am 21. November. Delegierte aus mehr als 190 Ländern nehmen daran teil.

