"Schwerter zu Pflugscharen" - Verdienstkreuz für Harald Bretschneider

"Schwerter zu Pflugscharen" - Verdienstkreuz für Harald Bretschneider
Der frühere sächsische Oberlandeskirchenrat Harald Bretschneider erhält am 4. Oktober in Berlin das Bundesverdienstkreuz. Der evangelische Theologe wird unter anderem für sein Friedensengagement während der DDR-Zeit und als Initiator der Gründung zahlreicher evangelischer Schulen in Sachsen nach 1990 geehrt.

Wie das Bundespräsidialamt am Freitag in Berlin mitteilte, wird Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue anlässlich des Tags der Deutschen Einheit den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an insgesamt 35 Personen übergeben, darunter die Berliner Schauspielerin Meret Becker, die Bürgerrechtlerin Freya Klier und den Theaterregisseur Peter Stein.

Bretschneider hat als Jugendpfarrer in der DDR zu den Initiatoren der Friedens- und Demokratiebewegung gehört, heißt es in der Begründung zur Auszeichnung. Mit seinem Namen verbinde sich in besonderer Weise die in der DDR unterdrückte Kampagne "Schwerter zu Pflugscharen". Als Vorlage für den abgebildeten Schmied, der ein Schwert in eine Pflugschar umarbeitet, diente die Skulptur des Sowjet-Künstlers Jewgeni Wutschetitsch.

Der Theologe Bretschneider ließ das spätere DDR-Friedenssymbol Anfang der 80er Jahre massenhaft als Aufnäher und Lesezeichen auf Vlies drucken. Die Kampagne gilt als eine Wurzel der Friedensbewegung in der DDR. Seit 2007 ist der heute 70-Jährige im Ruhestand. Im vergangenen Jahr erhielt er die Martin-Luther-Medaille der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

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