Bundestagspräsidentin Bas besucht NS-Gedenkstätte in Bernburg

Bundestagspräsidentin Bas besucht NS-Gedenkstätte in Bernburg

Bernburg, Berlin (epd). Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) besucht am Samstag die Gedenkstätte für Opfer der NS-Euthanasie in Bernburg/Saale (Sachsen-Anhalt). Sie wolle der dort ermordeten rund 14.000 Patientinnen und Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten und Häftlingen aus Konzentrationslagern gedenken, teilte die Bundestagsverwaltung am Montag in Berlin mit.

Gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Kulturstaatssekretär Sebastian Putz (CDU) werde Bas die ständige Ausstellung und die historischen Räume im Keller der früheren NS-Euthanasie-Anstalt besichtigen. Anschließend nehme sie Einsicht in das Totenbuch der heutigen Gedenkstätte.

Zu den Opfern von Bernburg gehört den Angaben zufolge auch Mary Pünjer, deren Biografie während der diesjährigen Gedenkstunde des Bundestages zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar vorgestellt wird. Sie wurde 1904 in einer jüdischen Hamburger Kaufmannsfamilie geboren.

1940 wurde sie als verheiratete Frau unter dem Vorwand der „Asozialität“ als „Lesbierin“ verhaftet und im KZ Ravensbrück inhaftiert. Wegen der ihr unterstellten lesbischen Neigung und ihrer jüdischen Herkunft wurde sie Anfang 1942 in die als Gasmordanstalt genutzte „Landes-Heil- und Pflegeanstalt“ Bernburg überstellt und dort getötet.

Auf dem Gelände des heutigen Fachklinikums Bernburg befand sich ab 1940 eine der sechs zentralen sogenannten Euthanasie-Anstalten, in denen vermeintlich kranke oder behinderte Menschen mit Gas getötet wurden. Im Spätsommer 1943 wurde die Anstalt Bernburg geschlossen. Die baulichen Überreste der Vernichtungsanlage blieben zum Teil erhalten, darunter die Gaskammer.