Amnesty fordert Entschädigung für Arbeitsmigranten in Katar

Amnesty fordert Entschädigung für Arbeitsmigranten in Katar

Vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar hat Amnesty International erneut die Menschenrechtslage in dem Golfstaat kritisiert. Die Menschenrechtsorganisation protestierte am Sonntag in Berlin vor dem Brandenburger Tor mit einer Kunstaktion gegen anhaltende Ausbeutung von Arbeiterinnen und Arbeitern in Katar. Arbeitsmigranten vor allem aus südasiatischen und afrikanischen Ländern müssten weiterhin ausstehende Lohnzahlungen, eingeschränkte Mobilität aufgrund einbehaltener Reisepässe, keine Untersuchung von Todesfällen und Gewerkschaftsverbot hinnehmen, hieß es.

Vor diesem Hintergrund forderte Amnesty den Weltfußballverband Fifa auf, gemeinsam mit Katar einen Entschädigungsfonds einzurichten. Damit müssten mindestens 440 Millionen US-Dollar für Betroffene von Menschenrechtsverletzungen in Katar oder deren Angehörige bereitgestellt werden.

Ein solcher Fonds müsse "zeitnah und angemessen für Menschenrechtsverletzungen entschädigen, die im Zusammenhang mit der Vorbereitung der WM in den letzten zwölf Jahren stattgefunden haben", sagte die Amnesty-Expertin Katja Müller-Fahlbusch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Menschenrechtliche Kriterien und Standards müssten verbindlich in jeden WM-Vergabeprozess festgeschrieben werden.

Im Rahmen der Protestaktion symbolisierte eine Waschmaschine das sogenannte "Sportswashing". Dabei werden sportliche Großereignisse genutzt, um den eigenen Ruf zu verbessern.