WWF fordert vor Hintergrund des Ukraine-Krieges Ernährungswende

WWF fordert vor Hintergrund des Ukraine-Krieges Ernährungswende

Die EU muss ihre Landwirtschaft und Ernährung laut dem WWF umstellen. Stärkster Hebel sei dabei der Ersatz von Fleisch und Milchprodukten durch pflanzliche Lebensmittel, erklärte der Umweltverband am Montag in Brüssel vor dem Hintergrund drohender Nahrungsmittelknappheit auch infolge des Ukraine-Krieges und der globalen Umweltzerstörung.

Europa führe zwar wertmäßig mehr Agrargüter aus als ein, hieß es in einem Bericht, der am Montag vorgestellt wurde. Tatsächlich ernähre der Kontinent aber damit keineswegs die Welt. Der Überschuss erkläre sich dadurch, dass die Ausfuhren hochpreisiger als die Einfuhren seien. In Kalorien oder Proteinen gemessen verbrauche Europa hingegen mehr, als es der Welt zurückgebe.

Beispielsweise werde Kakao importiert und Schokolade exportiert. Oder es würden Sojabohnen importiert, damit Vieh gemästet und Milchprodukte hergestellt. "Eher als die Kornkammer der Welt, ist die EU der teure Lebensmittelladen der Welt", schlussfolgert die Organisation.

Die hohe Produktion von Milchprodukten und Fleisch in Europa sei zudem nicht nur ungesund für die Bevölkerung in Europa. Sie führe wegen der nötigen Anbauflächen für die Futtermittel auch zur Zerstörung von tropischem Regenwald und weiteren wichtigen Lebensräumen in anderen Ländern.

Von der Politik fordert der WWF daher unter anderem Maßnahmen im Bereich der Preise, der Werbung, der Kennzeichnung und des Einzelhandels. Die EU solle "klare Ziele für gesunde und nachhaltige Ernährung" aufstellen.