Mexiko: UN-Experten dringen auf Vorgehen gegen Verschwindenlassen

Mexiko: UN-Experten dringen auf Vorgehen gegen Verschwindenlassen

Die organisierte Kriminalität und staatliche Stellen sind aus Sicht der Vereinten Nationen verantwortlich für das Verschwindenlassen von Menschen in Mexiko. Einen entsprechenden Bericht veröffentlichte das UN-Komitee gegen erzwungenes Verschwindenlassen am Dienstag (Ortszeit). Die Regierung müsse sofort Maßnahmen einleiten, um die Straflosigkeit zu beenden. Zudem müsse sie Schritte einleiten, um gegen die Verbrechen vorzubeugen. Unmittelbar nach der Vorstellung des Berichts erklärte die Regierung, man werde die Empfehlungen umsetzen.

Offiziellen Informationen zufolge gelten in Mexiko mehr als 100.000 Menschen als verschwunden. Seit 2006 haben diese Verbrechen deutlich zugenommen.

Die Mitglieder des UN-Komitees gegen erzwungenes Verschwindenlassen hatten im vergangenen November 13 mexikanischen Bundesstaaten besucht. Sie sprachen mit Behördenvertretern, Angehörigenverbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Die Reise habe ergeben, dass staatliche Bedienstete zum Teil aktiv an den Verbrechen beteiligt seien oder durch ihre Einwilligung zu den Taten beitragen. Vor allem Jugendliche und Männer zwischen 15 und 40 Jahren würden verschleppt.

Das Komitee wies darauf hin, dass auch Menschenrechtsverteidiger und Journalisten verschwunden sind. "Keine der Personen konnte gefunden werden, und es fand keine erfolgreiche Strafverfolgung statt", sagte die Präsidentin des Komitees, Carmen Villa Quintana. Insgesamt betrage die Aufklärungsrate zwischen zwei und sechs Prozent. Die Straflosigkeit sei ein struktureller Wesenszug, der die Wiederholung und das Verschleiern der Taten fördere.

Der Angehörigenverband "Bewegung für unsere Verschwundenen in Mexiko" hat die Behörden nach der Vorstellung des Berichts aufgefordert, mit ihnen in den Dialog zu treten, um eine unmittelbare Suche, Aufklärung und juristische Verurteilung sowie Reparationszahlungen möglich zu machen.