Weil: Wehrhafte Demokratie ist bester Schutz gegen Antisemitismus

Weil: Wehrhafte Demokratie ist bester Schutz gegen Antisemitismus

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat scharfe Kritik an Impfgegnern und sogenannten "Querdenkern" geübt, die bei Demonstrationen Judensterne tragen. Das sei eine Verhöhnung der Opfer des Holocaust, sagte Weil am Donnerstagabend bei einer Gedenkstunde zum Holocaust-Gedenktag in der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Hannover. "Diejenigen, die diese Sterne tragen, können ihre Überzeugung frei auf unseren Straßen kundtun, und sie werden dabei von der Polizei im Zweifel geschützt", betonte der Ministerpräsident. In den NS-Konzentrationslagern dagegen seien Menschen gequält und getötet worden, nur weil sie Juden gewesen seien.

Dass bei solchen Veranstaltungen auch antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet würden, bringe zum Ausdruck, "dass die eigentliche Wurzel der damaligen Verbrechen leider bis heute immer noch in den Köpfen drinsteckt", sagte Weil in einer Video-Botschaft: "Dieses Gift des Antisemitismus wird von Generation zu Generation weitergetragen." Deshalb müsse heute alles dafür getan werden, um diese menschenverachtende Ideologie zu stoppen.

Der Holocaust-Gedenktag erinnert in Deutschland seit 1996 an die Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz durch sowjetische Truppen am 27. Januar 1945. Allein dort kamen etwa 1,1 Millionen Menschen ums Leben, überwiegend Juden. Insgesamt starben während des Holocaust rund sechs Millionen Juden. Veranstalter der Gedenkfeier in der Synagoge war der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen.