Weitere Rettungen aus Seenot im Mittelmeer

Weitere Rettungen aus Seenot im Mittelmeer
Über 700 Geflüchtete sind in den vergangenen Tagen von privaten Rettungsschiffen vor dem Ertrinken gerettet worden. Sie brauchen einen Hafen, um an Land zu gehen.

Die "Geo Barents" hat am Freitag weitere Menschen im Mittelmeer gerettet. Die Besatzung habe im fünften und sechsten Einsatz insgesamt 75 Menschen aus nicht seetauglichen Booten an Bord genommen, erklärte die Organisation "Ärzte ohne Grenzen", die das Schiff betreibt, am Freitag. Zwölf der Geflüchteten seien Kinder. Insgesamt kümmere sich die Crew nun um 439 Gerettete. Zusammen mit den Flüchtlingen an Bord der "Mare Jonio" und der "Louise Michel" warten mehr als 700 Menschen, die in den vergangenen Tagen aus Seenot gerettet wurden, dass sie in Europa an Land gehen können.

In der Nacht auf Freitag waren "Ärzte ohne Grenzen" zufolge bereits 67 Flüchtlinge vorwiegend aus Bangladesch aus einem überfüllten Holzboot an Bord der "Geo Barents" genommen worden, nach der Rettung von 100 Geflüchteten, von denen die meisten aus Pakistan stammen. Am Mittwoch und Donnerstag hatte die Besatzung bereits bei zwei Einsätzen knapp 200 Menschen gerettet.

Neben der "Geo Barents" haben in den vergangenen Tagen auch die Crew der "Mare Jonio" der italienischen Organisation Mediterranea Saving Humans und die vom Street-Art-Künstler Banksy unterstützte "Louise Michel" Menschen vor dem Ertrinken im Mittelmeer gerettet. Die Besatzung der "Mare Jonio" forderte die Zuweisung eines Hafens, um die bei zwei Einsätzen an Bord genommenen 208 Menschen an Land zu bringen. Auf der "Louise Michel" befanden sich 62 Flüchtlinge, darunter mehrere Kinder und Babys, die die Crew aus einem Schlauchboot gerettet hatte.

Bei mehreren Rettungseinsätzen der vergangenen Tage war der Hilferuf der Menschen in Seenot über die Not-Hotline der Initiative "Alarm Phone" eingegangen, die im Anschluss die Küstenwachen der europäischen Mittelmeeranrainer und die privaten Initiativen informiert. Die Menschen stechen in unsicheren und überfüllten Booten von Libyen aus ins Mittelmeer, wo die Bedingungen für Flüchtlinge gefährlich und menschenverachtend sind. In den Camps der libyschen Behörden herrschen Gewalt und Not.

Derweil kündigte die Besatzung der "Aita Mari" von der spanischen Organisation Salvamento Maritimo Humaniario an, sich auch auf dem Weg ins zentrale Mittelmeer zu befinden. Zuletzt hatte das Schiff im Oktober mehr als 100 Menschen gerettet und sie nach mehreren Tagen Warten auf die Zuweisung eines Hafens nach Sizilien gebracht.

Die Fahrt über das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Beginn des Jahres mindestens 35 Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen oder werden vermisst. Im Jahr 2021 waren es 2.043 Menschen. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen.