Diakoniepräsident: Einsamkeit macht krank

Diakoniepräsident: Einsamkeit macht krank

Mit Einsamkeit haben nach Worten von Diakoniepräsident Ulrich Lilie auch in der Pandemie nicht nur Ältere zu kämpfen. Mitunter seien es gerade Menschen um Mitte 30, die betroffen seien. "In dieser Lebensphase erfinden sich junge Menschen gerade ein Stück weit neu, weil sie die Jugendlichen-Netzwerke verlassen, in andere Städte ziehen, beruflich neu anfangen", sagte Lilie in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das sei ein Lebensabschnitt, in der Menschen oft ein hohes Einsamkeitsrisiko hätten.

"Einsamkeit ist nicht nur negativ, sondern kann auch zur Reifung der Persönlichkeit beitragen", ergänzte Lilie. Allerdings liege der Unterschied zwischen "Für sich sein" und Einsamkeit im Maß der Freiwilligkeit. "Das unfreiwillige und ungewollte Alleinsein macht dem sozialen Wesen Mensch Stress, das macht wirklich krank, mitunter schwerkrank", betonte Lilie, der zusammen mit dem Kulturbeauftragen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, das Buch "Atlas der Einsamkeiten" verfasst hat.