Bischof Manzke mahnt mehr Respekt für Polizisten an

Bischof Manzke mahnt mehr Respekt für Polizisten an

Angesichts zunehmender Gewalt gegen Polizeibeamte hat der evangelische Landesbischof Karl-Hinrich Manzke mehr Respekt vor Polizistinnen und Polizisten angemahnt. "Polizisten schützen unsere Freiheit und halten dafür die Knochen hin", sagte Manzke am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Theologe ist Beauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für die Seelsorge an der Bundespolizei. Das Bundeskriminalamt in Wiesbaden hatte zuvor berichtet, dass die Zahl der Gewalttaten gegen Polizeibeamte im vergangenen Jahr erneut gestiegen sei.

Polizisten sorgten dafür, dass Menschen für ihre Ziele demonstrieren könnten, und schützten die Rechte der staatlichen Gemeinschaft, betonte Manzke, Bischof der schaumburg-lippischen Landeskirche mit Sitz in Bückeburg. "Mir ist keine zweite Berufsgruppe bekannt, die dafür mit ihrer ganzen Persönlichkeit einsteht. Wir sollten den Respekt vor ihnen bewahren oder erneuern. Und wo er ins Rutschen gekommen ist, wieder neu aufbauen."

Die Pfarrerinnen und Pfarrer der Polizeiseelsorge seien von der Bundespolizei angefragt, die Beamten für brenzlige Situationen vorzubereiten, berichtete Manzke. In Teams übten sie mit den Polizisten, bei Beleidigungen und Beschimpfungen die Ruhe zu bewahren und sich nicht provozieren zu lassen. "Das kann man präventiv trainieren." Durch verbale Kontaktaufnahme könnten sie in solchen Situationen deeskalieren und dem Gegenüber auch Grenzen aufzeigen.

Nach Angaben des Bundeskriminalamtes wurden im vergangenen Jahr 38.960 Gewalttaten gegen Polizeibeamte registriert - 325 mehr als im Jahr davor. Dabei seien insgesamt 84.831 Beamte betroffen gewesen - 4.474 Opfer mehr als 2019. Damit seien jeweils Höchstwerte erreicht, obwohl es 2020 wegen Corona weniger Fußballspiele oder Konzerte gegeben habe. In 63 Fällen mit 114 Opfern habe es sich um versuchte Tötung gehandelt. Ein Beamter sei ermordet worden.