Klimaforscher: Politik muss Klimawandel in den Griff bekommen

Klimaforscher: Politik muss Klimawandel in den Griff bekommen

Nach der Bundestagswahl hat der Klimaexperte Otmar Edenhofer wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel gefordert. "Vor der Wahl haben die Parteien gern und viel vom Klima geredet", erklärte der Direktor und Chef-Ökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) am Montag in Potsdam. Nun müsse gehandelt werden. Die neue Regierung müsse eine zielgerichtete Energiesteuerreform angehen, den CO2-Preis zum Leitinstrument machen, einen fairen Sozialausgleich beim CO2-Preis einführen und einen starken Ausbau der erneuerbaren Energien schaffen.

Auch eine aktive Klima-Außenpolitik sei erforderlich, betonte Edenhofer, der auch Ko-Vorsitzender der von der Bundesregierung berufenen Wissenschaftsplattform Klimaschutz ist. Der "Green Deal" der EU-Kommission müsse zum Erfolg und USA und China mit Europa an einen Tisch gebracht werden, um einen weltweiten Rückgang der Emissionen zu erreichen.

"Das alles gilt, egal welche Koalition sich jetzt zusammenfindet", betonte Edenhofer: "Denn alle Parteien stehen vor derselben Herausforderung: Klimagefahren wie Fluten und Hitzewellen begrenzen und Tempo machen bei der Klimapolitik als Wirtschaftspolitik." Dies sei keine Frage der Parteifarbe, erklärte der Wissenschaftler: "Die Klimakrise ist unparteiisch: Sie trifft auf Dauer alle." Wer jetzt zaudere, treibe die Kosten und die Risiken für die Menschen hoch. Weitere Jahre des Stillstands könne sich die Welt nicht leisten.