UN warnt vor mehr zivilen Opfern in Afghanistan

UN warnt vor mehr zivilen Opfern in Afghanistan

Angesichts der Taliban-Offensive in Afghanistan haben die Vereinten Nationen vor einer dramatischen Zunahme ziviler Opfer gewarnt. "Eine bislang beispiellose Zahl von afghanischen Zivilisten wird in diesem Jahr ums Leben kommen und verletzt werden, sofern die Gewaltwelle nicht eingedämmt wird", sagte die Chefin der UN-Mission für Afghanistan (UNAMA), Deborah Lyons, am Montag in einem Statement.

UNAMA veröffentlichte die Zahlen der Opfer in der Bevölkerung für die ersten sechs Monate des Jahres: Danach wurden zwischen Januar und Juni 2021 in Afghanistan 1.659 Zivilisten als Folge des Konfliktes getötet und 3.254 verletzt. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sei dies eine Steigerung von 47 Prozent, erklärte die Organisation. Besonders stark seien die Zahlen im Mai und Juni angestiegen, als die Taliban ihren weiteren Vorstoß begonnen hatten. Während Regierungstruppen für ein Viertel der zivilen Opfer verantwortlich seien, gingen drei Viertel auf das Konto der Taliban und anderer islamistischer Gruppen, heißt es. Laut dem Bericht sind fast die Hälfte aller Opfer Kinder und Frauen.

Angesichts der Offensive der Taliban hatte die Regierung in Kabul am Samstag eine nächtliche Ausgehsperre für alle Städte des Landes erlassen. Heftige Kämpfe zwischen den Aufständischen und Regierungstruppen gingen auch am Wochenende weiter. Friedensgespräche zwischen den Konfliktparteien sind bislang ohne Ergebnis geblieben.