Bischof Stäblein will Frauenquote für mittlere Führungsebene

Bischof Stäblein will Frauenquote für mittlere Führungsebene
20.06.2021
epd
epd-Gespräch: Corinna Buschow und Jens Büttner

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, wünscht sich eine Frauenquote für die mittlere Führungsebene in der Kirche. Dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte Stäblein, es müsse auch in der Kirche mehr dafür getan werden, dass Frauen Führungspositionen bekleiden. So werde in seiner Landeskirche etwa über eine Quote bei den Superintendenten diskutiert. "Ich bin dafür", sagte der Berliner evangelische Bischof. Er fügte hinzu: "Wir haben gesehen, dass wir anders bislang nicht weitergekommen sind."

Am Umgang mit der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock zeige sich, dass mit Frauen im Wahlkampf anders umgegangen werde - "so erschreckend es ist". Auch Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) habe ohne Frage einiges aushalten müssen. "Aber das waren in der Regel keine Angriffe auf die persönliche Integrität", sagte Stäblein mit Blick auf eine Anzeigekampagne, bei der Baerbock mit Steintafeln als Mose dargestellt wurde. Die Polarisierungen, auch in der Sprache, hätten zugenommen, sagte der Bischof.

Zu seinem eigenen Umgang mit dem Genderstern sagte der leitende Theologe, er nutze verschiedene Formen und variiere viel: "Ich nehme mal den Schrägstrich, mal das Binnen-I, manchmal den Stern, manchmal den Doppelpunkt, manchmal rede ich nur in der männlichen oder nur in der weiblichen Form." Auch in der Gottesanrede und in der Segensformel variiere er. Wichtig sei ihm, dass Gott nicht mit einem Geschlecht identifiziert und auf ein Geschlecht fixiert werde.

Insgesamt bezeichnete Stäblein Diskussionen über das Genderthema als richtig und wichtig. "Wie wir als Kirche streiten, sollte aber auch beispielgebend für die Gesellschaft sein - deutlich in der Sache und stets mit Respekt vor der Person", fügte er hinzu.