Dresdner Messerattacke: Islamexperte zur Internetnutzung des Syrers

Dresdner Messerattacke: Islamexperte zur Internetnutzung des Syrers

Im Prozess um die Messerattacke auf ein schwules Paar in Dresden hat am Freitag ein Islamwissenschaftler des Bundeskriminalamtes (BKA) über die Internetaktivitäten des angeklagen 21-jährigen Syrers berichtet. Unter den aufgerufenen Internetseiten seien zahlreiche mit dschihadistischem Bezug, vor allem Predigten und religiöse Gesänge, gewesen, sagte der BKA-Experte vor dem Oberlandesgericht Dresden.

Zudem habe er Aussagen eines salafistischen Predigers gefunden sowie Fragmente einer Rede, in der Muslime aufgefordert werden, gegen Vertreter des Westens mit Gewalt vorzugehen. Die Texte mit zum Teil radikal-islamistischem Inhalt seien vor und nach der Tat am 4. Oktober 2020 mehrmals aufgerufen worden.

Vor dem Oberlandesgericht (OLG) in Dresden steht seit 12. April als Angeklagter ein 21-jähriger Syrer, der den Behörden seit 2017 als islamistischer Gefährder bekannt ist. Er soll am 4. Oktober 2020 zwei Männer mit Messern angegriffen haben und dabei einen von ihnen getötet und den zweiten schwer verletzt haben. Laut Anklage handelte er aus einem radikal-islamistischen und homophoben Motiv heraus.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Angeklagten Mord, versuchten Mord sowie gefährliche Körperverletzung vor. Der damals schwer verletzte Lebenspartner leidet bis heute unter einer posttraumatischen Störung. Er hatte bereits vor Gericht in einer Video-Liveschalte ausgesagt.

Der Prozess wird am 6. Mai fortgesetzt. Prozesstermine sind bis Ende Mai angesetzt.

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