Chef der Polizeiinspektion Worms hält sich nicht für sehr bibelfest

Chef der Polizeiinspektion Worms hält sich nicht für sehr bibelfest

Der Polizist, der am vergangenen Sonntag "Querdenkern" in Worms das Prinzip christlicher Nächstenliebe erklärt hat, schätzt sich selbst als nicht übermäßig bibelfest ein. Aber er sei als Kind und Jugendlicher Ministrant in der katholischen Kirche gewesen, sagte Thomas Lebkücher in einer Audiodatei, die die Pressestelle des Polizeipräsidiums Mainz verbreitete.

Das Gleichnis der Verhaftung Jesu im Garten Gethsemane sei ihm aus dieser Zeit im Gedächtnis geblieben, sagte Lebkücher. Es sei ihm an jenem Sonntag spontan wieder eingefallen. Denn Petrus sei, als er sich vor Jesus stellte, als Schutzmann aufgetreten. Und das Gleichnis zeige, dass auch ein Schutzmann sehen musste, dass die zentrale Botschaft Jesu, nämlich die Nächstenliebe, stärker sei als körperliche Gewalt.

Am 18. April hatten sich um Umfeld der Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag des Luther-Auftritts vor dem Wormser Reichstag "Querdenker" trotz gerichtlichen Verbots vor dem Luther-Denkmal versammelt. Die Ansprache, die Lebkücher ihnen daraufhin hielt, wurde in sozialen Netzwerken hunderttausendfach verbreitet. Auch der ZDF-Satiriker Jan Böhmermann teilte das Video.

Er glaube nicht, dass er mit seiner Botschaft durchgedrungen sei und bei den "Querdenkern" ein Umdenken angestoßen habe, sagte der Chef der Polizeiinspektion Worms: "Aber sie haben wenigstens ihr Verhalten dahingehend angepasst, dass sie nicht mehr gesungen haben und wir in der Folge auch keine Anzeige vorlegen mussten."

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