Umfrage: Zwei Drittel der Unternehmen bieten Beschäftigten Tests an

Umfrage: Zwei Drittel der Unternehmen bieten Beschäftigten Tests an

Nach einem Monitoring der Bundesregierung wollen mehr als zwei Drittel der deutschen Unternehmen ihren Beschäftigten regelmäßige Corona-Tests anbieten. Schon heute ließen über die Hälfte der Unternehmen Beschäftigte, die vor Ort arbeiten, mindestens einmal wöchentlich testen, so das Ergebnis einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Unternehmensbefragung im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Bundeswirtschaftsministeriums. Weitere Unternehmen planten Testangebote bis Mitte April. Somit hätten insgesamt 69 Prozent der Unternehmen jetzt oder in Kürze ein regelmäßiges Testangebot für ihre Beschäftigten.

Die Evaluation der beiden Ministerien beruht den Angaben zufolge auf zwei Befragungen: einer repräsentativen Beschäftigtenbefragung und einer repräsentativen Unternehmensbefragung. Insgesamt wurden etwa 2.500 Beschäftigte und 1.000 Unternehmen seit Mitte März befragt.

Auf der Beschäftigtenseite zeigte sich den Angaben zufolge, dass aktuell sechs von zehn Beschäftigten Corona-Tests angeboten bekommen. Von den rund 40 Prozent der Beschäftigten, die zurzeit kein Testangebot erhalten, gaben wiederum 30 Prozent an, ihr Arbeitgeber habe dies in Aussicht gestellt. Nehme man diese Gruppe hinzu, so erhielten insgesamt etwa 70 Prozent der Beschäftigten ein Testangebot. Mitte März habe dieser Anteil bei 35 Prozent gelegen.

Eine deutliche Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland begrüßt demnach ein Corona-Testangebot der Unternehmen (84 Prozent). Fast jeder zweite Beschäftigte nimmt das Testangebot an (46 Prozent), bei den in Präsenz Beschäftigten ist der Anteil höher (57 Prozent).

43 Prozent der befragten Arbeitgeber gaben an, aufgrund der Kosten noch nicht zu testen oder sich finanzielle Unterstützung zu wünschen. Ein Drittel der Unternehmen hat Schwierigkeiten, genügend Tests zu besorgen. Darüber hinaus bereiten der Umfrage zufolge fehlende Informationen zum Umgang mit Tests bezüglich arbeits- und datenschutzrechtlicher Fragen sowie fehlendes Schulungs- und Informationsmaterial bei Schnelltests vielen Unternehmen noch Probleme.

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) waren in jeweils eigenen Umfragen zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Nach einer Befragung der Hans-Böckler-Stiftung bekommt nur ein knappes Viertel (23 Prozent) der in Präsenz Beschäftigten von ihren Arbeitgebern mindestens einmal wöchentlich einen kostenlosen Schnelltest angeboten. Demgegenüber berichtete die BDA, zwischen 80 und 90 Prozent der Unternehmen testeten oder bereiteten den Teststart "unmittelbar vor". Die Bundesregierung will auf Basis ihres Monitorings entscheiden, ob sie eine Testpflicht für Unternehmen einführt.

epd hei

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