Zentralrat fordert Einsatz gegen Antiziganismus

Zentralrat fordert Einsatz gegen Antiziganismus

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat anlässlich des Internationalen Roma Tags (8. April) auf deren andauernde Bedrohung in Europa hingewiesen. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Bürgerrechte zu stärken und den Antiziganismus kontinuierlich und dauerhaft zu ächten, erklärte der Zentralrat am Mittwoch in Heidelberg. Es sei "beschämend, dass Sinti und Roma in vielen Teilen Europas trotz ihrer Jahrhunderte alten Geschichte und trotz der Erfahrung des Holocausts noch heute mit Apartheid und Gewalt konfrontiert werden". Denn Sinti und Roma seien keine europäische Minderheit, sondern Staatsbürger ihrer Heimatländer.

Insbesondere in den Ländern Südost- und Mitteleuropas habe sich in Zeiten von Corona die rassistische Ausgrenzung der Roma in allen Lebensbereichen von der Gesundheitsversorgung über die Bildung bis zu den Wohnverhältnissen noch verstärkt, beklagt der Zentralrat. "Wir appellieren an die nationalen Regierungen, den strategischen EU-Rahmen umzusetzen und die Roma endlich als gleichberechtigten Teil der Gesellschaft wahrzunehmen", sagte der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose.

Der Zentralrat vertritt die bürgerrechtlichen und politischen Interessen der deutschen Sinti und Roma. Er arbeitet zugleich eng mit Roma-Verbänden im Ausland zusammen und ist als Interessenverband auf internationalen Konferenzen, etwa der EU oder OSZE, aktiv.

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