Papst-Besuch im Irak soll Stellung der Christen stärken

Papst-Besuch im Irak soll Stellung der Christen stärken

Der Besuch von Papst Franziskus im Irak Anfang März weckt Hoffnungen unter den dort lebenden Christen auf eine Verbesserung ihrer Stellung im Land. "Wir hoffen, dass der Besuch im Land die Wahrnehmung dafür schärfen wird, dass es Christen im Irak gibt. Der Respekt für diesen Teil des irakischen Volkes wird wachsen", sagte der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, laut Mitteilung des päpstlichen Hilfswerk "Kirche in Not" am Freitag eine Woche vor dem geplanten Irak-Besuch des katholischen Kirchenoberhaupts.

Franziskus will trotz der Corona-Pandemie und terroristischer Bedrohungen vom 5. bis 8. März in das vorderasiatische Land reisen und am 7. März Station in Erbil, der Hauptstadt der autonomen Kurdenregion, machen. Noch nie zuvor hat ein katholisches Kirchenoberhaupt den Irak besucht.

"Die Menschen im Irak wissen wenig über uns. Wir hoffen, dass das Bewusstsein dafür zunimmt, dass wir keine Gäste sind, sondern ursprüngliche Einwohner des Landes", sagte Warda. Mehr als 90 Prozent der Menschen im Irak sind Muslime. Christen und Jesiden sind eine sehr kleine religiöse Minderheit.

Vor allem von der Begegnung des Papstes mit dem Oberhaupt der Schiiten im Irak, Großajatollah Ali Al Sistani, erhofft sich der Erzbischof positive Effekte auf das Bild, das schiitische Muslime von Christen hätten. Auch das interreligiöse Treffen in Ur im Südirak sei von großer Bedeutung. "Dass der Papst nach Ur geht, das als die Heimat Abrahams verehrt wird, wird zeigen, dass Juden, Christen und Muslime in Abraham einen gemeinsamen Vater haben", erklärte er.

Der Erzbischof räumte ein, dass es auch Kritik an dem Besuch gebe. "Manche Fundamentalisten verhalten sich in den sozialen Medien feindselig gegenüber der Papstreise. Der Papst ist für diese Leute der 'König der Kreuzfahrer', der als Missionar ins Land kommt." Besonders junge Menschen im Irak wüssten aber, dass Franziskus eine Botschaft des Friedens und der Geschwisterlichkeit für alle Menschen bringe, so Warda.

Warda betonte, der Papst komme ganz bewusst in ein von Krieg und Gewalt gekennzeichnetes Gebiet, um eine Botschaft des Friedens zu bringen. Die Corona-Pandemie schränkt den Besuch zusätzlich ein. Zuletzt ist nach den Worten Wardas die Zahl der Neuinfektionen sowohl in Bagdad wie auch in Erbil wieder gestiegen. Es werde deshalb für die öffentlichen Gottesdienste strikte Begrenzungen geben. Zwei Messen sind nach derzeitigem Stand geplant, eine in Bagdad und eine im Stadion von Erbil am Sonntag. Statt der ursprünglich erwarteten 30.000 Menschen können nun nur 10.000 an der Messe teilnehmen.

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