Krankenpfleger wegen Mordversuch an Klinikpatienten angeklagt

Krankenpfleger wegen Mordversuch an Klinikpatienten angeklagt

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat Anklage gegen einen 29-jährigen Krankenpfleger wegen versuchten Mordes in fünf Fällen erhoben. Der Mann arbeitete in den Jahren 2015 und 2016 auf Intensivstationen an der SHG-Klinik Völklingen und der Universitätsklinik in Homburg, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Dort soll er Patientinnen und Patienten nicht verordnete Herz-Kreislauf-wirksame Medikamente verabreicht haben, um ihren Gesundheitszustand zu verschlechtern und bei einer anschließenden Reanimation Anerkennung durch Ärzte und Kollegen zu bekommen. Nur zwei der fünf betroffenen Patienten überlebten die Krisensituation. Der Fall wird am Landgericht Saarbrücken verhandelt. (AZ: 10 Js 1539/16)

Der Angeschuldigte, der derzeit eine mehrjährige Haftstrafe in anderer Sache verbüße, habe sich zu den Tatvorwürfen bisher nicht geäußert, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittlungen gegen den Mann seien 2016 in Gang gekommen, als dieser sich mehrfach in anderen Kliniken als Arzt ausgegeben haben soll. Dabei sei ein erster Verdachtsfall am Universitätsklinikum Homburg festgestellt worden, bei dem einer Patientin nicht nachvollziehbar Medikamente verabreicht worden waren.

Danach seien die Ermittlungen auf Fälle ausgeweitet worden, in welchen es während der oder kurz nach den Dienstzeiten des Angeschuldigten zu Akutlagen oder zum Tod von Patienten gekommen war. Im Zuge der Ermittlungen wurden den Angaben zufolge die Fälle von insgesamt zehn Patientinnen und Patienten untersucht, in sieben Fällen wurden Leichname exhumiert und Autopsien unterzogen. Im Rahmen zweier gesonderter Ermittlungsverfahren seien 21 weitere Verdachtsfälle überprüft worden, die jedoch mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt wurden.

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