Bischöfe kritisieren Predigt-Plan der Dänen

Bischöfe kritisieren Predigt-Plan der Dänen

Deutsche und dänische Bischöfe haben den Plan der dänischen Regierung, dass alle anderssprachigen Predigten auf dänisch übersetzt werden müssen, scharf kritisiert. In einem gemeinsamen Brief an mehrere Minister brachten Bischof Gothart Maagard aus Schleswig und seine Kollegen aus Hadersleben, Ripen und Kopenhagen ihre "starke Besorgnis" zum Ausdruck. Eine solche Gesetzgebung bringe ein hohes Maß von Misstrauen gegenüber der Sprachtradition der Minderheit zum Ausdruck, heißt es in dem am 10. November verschickten Schreiben, das dem epd in deutscher Übersetzung vorliegt. Bislang kam als Reaktion von der dänischen Regierung lediglich eine Eingangsbestätigung, heißt es aus der Schleswiger Bischofskanzlei.

Die sozialdemokratische Regierung in Dänemark plant das neue Gesetz, um mehr Transparenz herzustellen. Derzeit würden islamistische Hassprediger durch dänische Moscheen ziehen, die auf arabisch demokratische Grundwerte kritisieren, hieß es weiter. Nach dem Gesetzentwurf sollen Predigten, die nicht in dänischer Sprache gehalten werden, in dänischer Übersetzung öffentlich zugänglich gemacht werden. Die genaue Umsetzung ist allerdings noch unklar. Das Gesetz soll Anfang 2021 ins Parlament eingebracht werden.

Die deutschen und dänischen Bischöfe bezeichnen es in ihrem Brief als "historisch sehr ironisch", wenn das hundertste Jahr der heutigen Grenzziehung durch eine Gesetzgebung manifestiert werde, die die deutsche Sprache im Landesteil in Abrede stellt und den Gemeinden und Pastoren schwere Lasten auferlegt. Schließlich habe die Kopenhagen-Bonn-Erklärung von 1955 die staatlichen Rechte für Minderheiten nördlich und südlich der Grenze festlegt.

Die Grenzabstimmungen im Jahr 1920 führten zu der noch heute gültigen Grenzlinie. Die deutsche Volksgruppe im dänischen Nordschleswig umfasst heute etwa 15.000 Mitglieder. Sie unterhält eigene Kindergärten, Schulen und Büchereien und gibt eine eigene Tageszeitung heraus. Der dänischen Minderheit im deutschen Landesteil Schleswig gehören etwa 50.000 Menschen an.

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